Nachdem ich beim letzten Mal ein bisschen darüber geschrieben habe, wie sich ein Buch am besten schreibt, möchte ich heute ein bisschen darüber erzählen, was ein Buch zum Buch macht – und zwar zu einem Buch, dass auch gelesen wird. Denn darum geht es uns doch, wenn wir ehrlich sind. Wir wollen, dass unsere Bücher gelesen werden. Ich habe viele Kollegen, die sagen, sie schreiben in erster Linie für sich, aber so richtig mag ich das nicht glauben.
Die meisten Menschen, die ich treffe und denen ich erzähle, dass ich Bücher schreibe, stellen sich das ungefähr so vor (siehe Bild).shutterstock_124929833 (1)

Ich habe keine Ahnung, woher die Vorstellung kommt, dass Bücherschreiben kein „richtiger“ Job ist. Erst, wenn jemand nach meinen Verkäufen fragt und ich diese verraten, werde ich als wirklich arbeitende Person wahrgenommen. Das ist übrigens nur in Deutschland so. Hier in Schottland finden die Leute es ganz toll, dass ich ein „writer“ bin und sind immer unheimlich interessiert. Aber das ist ein anderes Thema.

Was hat also meine Bücher zu Büchern gemacht? Meine Antwort darauf: harte Arbeit. Es genügt nicht, ein Buch zu schreiben. Ihr müsst daran glauben (und damit meine ich nicht, glauben, dass ihr das beste Buch der Welt geschrieben habt). Mit Glauben meine ich: ihr müsst Zeit und Geld in euer Buch investieren. Zeit, indem ihr es immer und immer wieder überarbeitet. Zeit, die ihr in Blogs, Foren und sozialen Medien verbringt. Und wenn ihr wirklich an euer Buch glaubt, dann müsst ihr hierfür auch Geld in die Hand nehmen und in Vorableistung gehen. Schließlich möchtet ihr auch, dass eure potentiellen Leser für euer Werk bezahlen und da ist es nur fair, dass sie ein ordentliches Werk bekommen.
Die Bewertung zu dem, was ihr geschrieben habt, ist zum Schluss Geschmacksache der Leser, aber sie können ein ordentliches Cover erwarten und zumindest ein Korrektorat. Ein Lektorat wäre natürlich noch besser und wenn ihr ein bisschen sucht, dann findet ihr sicher auch einen passenden Lektor. Die Leser können erwarten, dass das E-Book und das Taschenbuch ordentlich gesetzt sind und eben wie ein professionelles Buch daherkommen. Denn eine Profession (ein Beruf) ist es allemal – das Bücherschreiben und eben nicht nur Berufung.
Wenn es dann endlich da ist, dass Buch, und bei amazon erhältlich, dann hört die Arbeit nicht auf. Im Grunde fängt sie dann erst an. Es kennt nämlich niemand euer Buch und das sich das ändert, ist Teil eurer Arbeit. Das Dumme daran ist, niemand garantiert euch den Erfolg, so sehr ihr vielleicht auch strampelt. Aber auch das ist Teil des Spiels. Nur wer sich richtig reinkniet, wird zum Schluss vielleicht Erfolg haben. Darüber solltet ihr euch im Klaren sein, wenn ihr ein Buch veröffentlicht, denn in der Regel sind Bücherwürmer und Bücherschreiber recht introvertierte Menschen, die sich schwer damit tun, auf ihre Leser zu zugehen und im schlimmsten Fall Kritik einzustecken. In dem Fall ist es vielleicht doch besser, dass Buch nur für sich selbst zu schreiben ;-).

Auf meiner To-do-Liste (nur als kleiner Vorgeschmack für heute) steht jedenfalls Folgendes: Facebooknachrichten beantworten, Buchhaltung 4. Quartal 2013, Blog überarbeiten besonders englische Seite und neuen Blogartikel schreiben, Goodreads Freundschaftsanfragen checken und Reziexemplare verschicken, Anwalt wegen koreanischem Vertrag kontaktieren, BookLess ist zurück aus dem Lektorat und muss bis zum 30.04 überarbeitet sein, Verlosung zum Welttag des Buches vorbereiten, Giveaway-Aktion prüfen und Mail an die über 2000 Teilnehmer versenden, Coverdesignerin für Sammelausgabe anschreiben, Gedicht und Zitate (24 insgesamt) für BookLess III finden, Steuerformular für USA ausfüllen … Nebenbei steht natürlich noch aufräumen, Wäsche waschen und Mittagessen kochen auf dem Plan. Man gut, dass ich an meinem Küchentisch arbeite und das mal zwischendurch einschieben kann …

Deswegen sieht so ein Autorenleben nämlich ganz oft auch so aus: shutterstock_171424742
Das alles soll natürlich nur eine nett gemeinte Warnung an die von euch sein, die es auch mal gern versuchen wollen. Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja: ES IST DER TOLLSTE JOB DER WELT, DEN ICH DEN REST MEINES LEBENS NICHT MEHR AN DEN NAGEL HÄNGEN WERDE.