Du musst dir schon selbst Konfetti in dein Leben pusten – Hilfe zur Selbstanalyse der deutschen Buchlandschaft

weil es nur eine Frage der Zeit war, bis mich so ein vorwurfsvoller Brief erreicht, antworte ich einmal öffentlich darauf, damit nicht noch andere Beteiligte sich die Mühe machen müssen. Zeit ist schließlich auch Geld.

Sehr geehrte Frau Woolf,
ich schreibe hier einmal als Fan der Götterfunke-Trilogie, aber auch als Frau mit einem vom Aussterben bedrohten Beruf: Buchhändlerin! Erst einmal war ich sehr begeistert von Götterfunke und empfehle es jeder Kundin, die eine schöne romantische Abenteuergeschichte sucht. Leider kommen immer weniger junge Leute in die Buchhandlung, was auch viel am Onlinehandel liegt, vor allem aber an Amazon. Daher kann ich es überhaupt nicht gutheißen, dass Sie als Autorin auch noch Werbung für Amazon machen! Ich habe soeben den Post für den letzten Teil von „Federleicht“ gesehen, auf dem Sie direkt auf Amazon als Bestellmöglichkeit hinweisen. Auch wir im Buchhandel können unseren Kunden das Buch vormerken und wenn Sie einen Link posten möchten, dann bitte doch den vom Verlag, in dem Ihr Buch erschienen ist. Ich weiß, dass Sie sicherlich über Amazon großen Absatz mit Ihren Büchern machen, aber wir Buchhändler machen Leser zu Fans. Wir sind es, die unbekannte Autoren durch Empfehlungen an Kunden bekannt machen. Wir legen Bücher ans Herz und nicht nur in den Versandkarton! Ich bitte Sie, dies einfach mehr zu berücksichtigen und sich vielleicht eher für den stationären Handel stark machen und nicht für Amazon. Oder gehen Sie etwa nicht gern in die Buchhandlung um die Ecke und stöbern stundenlang durch den Laden?

Liebe Buchhändlerin,

ich schreibe hier als Liebhaberin des geschriebenen Wortes, die durchaus das Engagement aller Beteiligten zu schätzen weiß und ich möchte auch kein Blatt vor den Mund nehmen, denn wir sind ja unter uns und Sie haben es ja auch nicht getan.
Ich kann mir vorstellen, dass es in der heutigen Zeit sehr schwierig ist, einen kleinen Buchladen am Laufen zu halten, aber das geht Schustern und Schneiderinnen nicht anders und bevor jetzt wieder der große Aufschrei kommt – Bücher sind etwas total Besonderes und nicht vergleichbar mit Schuhen und Kleidern – wende ich direkt ein, dass Schuster und Schneider das wohl anders sehen. Die haben nämlich keine Schuhpreisbindung und kein Remissionsrecht und das, obwohl wir ohne Schuhe und Klamotten nicht auf die Straße gehen können, ohne Bücher schon (obwohl ich persönlich das für einen Frevel halte). Aber es geht nicht nach mir und auch nicht nach all den anderen Buchmenschen.

Leider lesen immer weniger junge Menschen Bücher. Hhm – woran könnte das wohl liegen? An mir sicher nicht. Ich gebe mein Bestes, um Geschichten zu schreiben, die auch junge Menschen fesseln und das im Übrigen seit 2011. Zu diesem Zeitpunkt wollte kein Verlag diese Geschichten verlegen und ich bin sehr sicher, wenn ich damit an ihrer Tür geklingelt und gefragt hätte, ob sie meine Bücher verkaufen möchten, hätten Sie müde gelächelt. Infrage kam also nur Amazon, was nett war, auch wenn wir nicht über den Quatsch mit der Demokratisierung des Buchmarktes reden brauchen. Amazon ging es lediglich darum, massentauglichen Content für ihre E-Book-Reader zu produzieren, aber so funktioniert Marktwirtschaft nun mal. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst und das war nicht die deutsche Buchbranche, die das Zeug dazu gehabt hätte, weil Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt noch als eins der attraktivsten Leseländer galt. Aber man hatte es sich in seiner Kuschelecke so super bequem eingerichtet, jetzt mit 6 Millionen Lesern weniger sieht das natürlich anders aus.

Aber zurück zu mir. Eine Million verkaufte Exemplare später sah die Situation auch bei mir anders aus und ich möchte betonen, dass nicht Sie meine Leser zu Fans gemacht haben, sondern ich ganz alleine und zwar mit harter Arbeit. Und ich kann sagen, dass ich ganz, ganz tolle und treue LeserInnen habe. Aber ich habe diese zu Fans und Bücherwürmern gemacht und eben auch der Vernichter des Abendlandes namens Amazon. Ich war also womöglich gar nicht so unbekannt, auch wenn Sie, verehrte Buchhändlerin, mich offenbar nicht kannten. Meine Geschichten haben Leserherzen erobert, lange bevor Sie diese entdeckt haben, weil ein Verlagsvertreter sie Ihnen unter die Nase gehalten hat und weil Sie sich vom Verkauf meiner Bücher Umsatz versprechen. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn es ist genau das, was ich auch tue, wie jeder Berufstätige auf dem Planeten, der seine Kinder satt kriegen und seine Miete bezahlen möchte.

Ich wünsche mir oft, Menschen würden mal einen Schritt zur Seite treten und einen neuen Standpunkt einnehmen. Nämlich den eines anderen, anstatt mit Vorwürfen um sich zu werfen. Aber Angriff ist eben immer noch die beste Verteidigung. Viel klüger wäre es, sich zu überlegen, ob man nicht viel besser mal Konfetti in sein eigenes Leben pustet, ob man nicht alte Fehler auszumerzen könnte, einen anderen Weg einschlägt, Veränderungen zulässt. Frischer Wind lässt zwar erstmal alles fliegen, aber meistens landet auch alles wieder irgendwo und längst geht nicht immer alles zu Bruch. Am Beginn steht dafür allerdings eine Bestandsaufnahme des Alten.
Ich verdeutliche mal, was ich damit meine:

Warum gibt es eigentlich immer weniger junge Leser und was hat die Buchbranche womöglich falsch gemacht, um dies passieren zu lassen. Amazon, Netflix, Facebook und Instagram die Schuld zu geben ist natürlich bequemer und weniger schmerzhaft aber nicht zielführend. Man könnte stattdessen fragen:
Liegt es daran, dass es in fast jedem Buchladen dieselben Bücher zu kaufen gibt und es kaum Alleinstellungsmerkmale der Läden gibt?
Liegt es daran, dass ständig dieselben Bücher und Autoren auf Bestsellerlisten auftauchen und sich auf den großen Tischen versammeln?
Ist das Lesen zu langweilig geworden, weil Inhalte kaum unterscheidbar sind?
Liegt es daran, dass man ständig dieselben Cover sieht und man Bücher kaum voneinander unterscheiden kann?
Haben die Verlage es versäumt deutsche AutorInnen zu fördern und Autorenmarken aufzubauen und stattdessen lieber für teures Geld englische Geschichten eingekauft?
Könnte es daran liegen, dass es Jugendlichen kaum möglich ist, sich mit AutorInnen zu identifizieren, mit jedem x-beliebigen Schauspieler/Musiker/YouTube Star schon?
Könnte es daran liegen, dass für Verlage nicht die LeserInnen der Endkunde sind, sondern die BuchhändlerInnen?
Könnte es sein, dass der Buchhändlergeschmack vom Lesergeschmack abweicht?
Könnte, könnte, könnte …. ich könnte ewig so weiter machen, möchte aber niemanden langweilen und ehrlich gesagt, muss ich auch arbeiten.

Fakt ist, Schema F hat jahrzehntelang funktioniert und damit ist jetzt Schluss und der Aufschrei ist groß. Nun die Autoren dafür in die Verantwortung zu nehmen, ist genauso peinlich wie unverschämt, da die Autoren sowieso seit jeher am Ende der Nahrungskette eines Buches stehen, was vielen Lesern nicht bewusst ist, aber das ist ein anderes Thema. Ich denke, es ist klar geworden, was ich sagen will. Jeder darf sich dazu gern auch eigene Gedanken machen.

Vielleicht noch ein Satz zum Schluss, liebe Buchhändlerin: Ich will hier keine Lanze für das Selfpublishing brechen, denn ich erwarte gar nicht, dass Sie sich die Zeit nehmen, in diesen Untiefen abzutauchen, um etwaige Perlen ans Licht zu befördern. Aber sich zu überlegen, was seinen Laden, sein Geschäft zu etwas Besonderem macht, ist täglicher Alltag aller Selbständigen, Unternehmer, Gewerbetreibenden. Im Übrigen ist es das, was ich auch für mich in Anspruch nehme und es steht Ihnen schlicht und ergreifend nicht zu, mir das zum Vorwurf zu machen. Ich entscheide selbst, wo und wann und wie ich meine Bücher veröffentliche, denn ich gehe dahin, wo die Leser sind. Ich freue mich natürlich, wenn es in dem kleinen Buchladen um die Ecke ist, aber ihn dorthin zu locken, ist ihre Aufgabe nicht meine. Ich schreibe nur die Geschichten, die dann ihr Handwerkszeug dazu sein können.

Trotz der großen Probleme des deutschen Buchmarktes wünsche ich mir für die Zukunft jedoch eine friedliche Koexistenz aller Leser, Händler, Verlage, Selfpublisher, Verlags- und Hybridautoren, denn es gibt eins, was uns verbindet – wir wollen, dass die Welt liest.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Marah Woolf

PS: Falls Sie jetzt darüber nachdenken, meine Bücher nicht mehr zu empfehlen, dann ist das zwar schade, aber ich werde es überleben. Sollte ich mich an der ein oder anderen Stelle im Ton vergriffen haben, entschuldige ich mich hiermit selbstverständlich in aller Form.

111 Gedanken zu „Du musst dir schon selbst Konfetti in dein Leben pusten – Hilfe zur Selbstanalyse der deutschen Buchlandschaft“

    1. Von de vielen Dingen, die hierzu sagen , möchte ich nur auf den Vergleich zum Schuster und Schneider eingehen.

      Der Buchhandel ist vertreibende Handel, ein Schuhladen. Schuster wären in diesem Sinn der Verlag. Wie schon kommentiert wurde, ist der Verlag die Hürde, nicht der Buchhandel. Es tut mir nun für den Verlag leid, dass dessen Absätze schwinden werden, nachdem er so viel für dich ins Marketing gesteckt hat. Ansonsten finden wir die Restauflage dann reduziert vor Läden wieder. Auch nett.

      Buchhändler lesen übrigends auch ebooks. Sogar sehr viele, weil die Verlage oft so Leseexemplare zu uns schicken. Klar, manche Buchhändler machen das nicht, aber auch viele Kunden nicht. Ich finde, dass kann jeder halten wie er will.

      1. Dankeschön! Wirklich schade, dass der Verlag dieses unprofessionelle Verhalten ausbaden muss. Bin auf die Stellungnahme des Verlages sehr gespannt.

  1. Oh. Genau.
    Ich bin nicht jung und gehöre wohl zu der Generation, die mit Büchern und Lesen groß geworden ist. Ich habe schon wirklich, wirklich viel gelesen. Und auch viele Bücher gekauft, verschenkt und geschenkt bekommen, so dass ich echt viel Papier angesammelt habe.
    Und irgendwann war meine Regalkpazität erreicht und überschritten.
    Daher bin ich sehr froh, dass es ebooks gibt und ich diese auch noch relativ unproblematisch kaufen (!) kann.
    Nach Feierabend, am Wochenende und manchmal auch mitten in der Nacht.
    Und ich liebe es, bei Amazon zu stöbern.
    Dort bin ich auf ganz viele tolle Autoren und ihre Bücher gestoßen. Unter anderem auf Marah.
    An dieser Stelle bedanke ich mich mal ganz herzlich für die wunderschönen Geschichten.
    Danke.

  2. Ohh ich finde es so gut. Ich lese deine Bücher seit… Hmm… Mond Silber, müsste c.a. 2014 gewesen sein. Der böse online Händler sagt das jedenfalls. Damals gab es die Bücher nur über dich als Selfpublisher. Ich denke auch gar nicht, dass Kinder nicht mehr lesen oder Jugendliche. Wir lesen anders. Jeder der ein eBook kauft, kauft es vermutlich online oder leiht es online und das ist sicher auch eine Problematik des Buchhandels. Aber nicht das Problem der Autoren. Und damit bist du als Marah Woolf nicht alleine, es geht vielen anderen so. Da ich inzwischen ein echter Fan bin und damit den Künstler unterstützen möchte, würde es mich interessieren wo mehr übrig bleibt für euch Autoren. Ist es für euch besser, ich kaufe ein eBook oder ein Buch? Mach auf jeden Fall weiter so! Deine Geschichten sind wunderschön!

    1. Mir hat mal eine Liebe Autorin gesagt das wohl am EBook tatsächlich mehr hängen bleibt da ja auch zb Druckkosten ausbleiben. Klingt eig logisch

  3. Da hast du völlig recht in allen Punkten. Ich persönlich habe auch einen E-READER weil ich schlecht sehe. Die Bücher sind für mich da super . Danke das du das ermöglicht hast.

  4. So wahr. Wenn ich ein richtiges Buch möchte, gehe ich in eine Buchhandlung. Ab und zu will man aber mal was neues ausprobieren. Da sind eBooks bei Amazon genau das richtige. Da kann man für kleines Geld neue Autoren und Genres ausprobieren. Und wenn man dann mal daneben gegriffen hat, dann tun mir 3 EUR nicht so weh wie 20 EUR. So bin ich ehrlich gesagt auch auf dich aufmerksam geworden. Der erste Band der MondLichtSaga gab’s mal für 3 oder 4 Euro. Und ich war gleich hin und weg 🙂 Das kann mir eine Buchhandlung einfach nicht bieten. Und ich habe leider nicht unendlich viel Geld zur Verfügung um mir so oft etwas neues auszuprobieren. Und ganz ehrlich, bei manchen Autoren merkt man, dass die Verlage die Story mitbestimmen. Wenn es mal etwas neues in die Bestseller-Listen schafft, wird die Geschichte tausend mal von etlichen Autoren bei geschrieben. Dann kauft man sich ein neues Buch und hat das Gefühl, es schon mal gelesen zu haben. Da hab ich mich schon des öfteren geärgert. Daher mag ich die Selfpublisher. Die bringen frischen Wind in den Buchmarkt. Aber wie du so treffend schreibst, findet man sie eben nicht im Buchhandel sondern auf Amazon.
    Das hört sich jetzt an, als ob ich gegen Buchhandlungen bin. Dem ist natürlich nicht so. Ich liebe Bücher und liebe es sie in der Hand zu halten. Und liebend gerne stöber ich auch ausgiebig in einem Buchladen. Die gedruckten Bücher kaufe ich auch prinzipiell in Buchhandlungen, damit sie nicht aussterben 😉

  5. Liebe Marah,
    das ist wirklich sehr, sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht. Mir geht diese Verteufelung von Amazon auch mächtig auf den Geist. Ich als berufstätige Mutter wüsste manchmal nicht was ich ohne Amazon täte. Und ich bin auch dank Amazon Fan von Dir geworden. Dank Amazons Fähigkeit meinen Buchgeschmack anhand meines Kaufverhaltens zu analysieren, wurde mir Federleicht vorgeschlagen – und eine große Liebe wurde geboren.
    Ich habe nichts gegen den Buchhandel – im Gegenteil. Auch Buchhandlungen finde ich toll. Aber ich bin auch ein großer Fan von Amazon, weil ich dort auch mitten in der Nacht noch den nächsten Teil einer Buchserie kaufen kann. Und auch meine 9-jährige Tochter stöbert begeistert bei Amazon nach Büchern, weil ihre Mutter nun mal nicht immer Zeit hat, sie in den Buchladen zu fahren.
    Also: Weiter so! Ich stehe hinter Dir!!! 🙂
    Liebe Grüße Marit

    1. Dankeschön :-). Man kann übrigens dann die Bücher auch über http://www.geniallokal.de bestellen. Ist super komfortabel und fast so schnell, wie Amazon. Hat sich leider noch nicht so durchgesetzt, wie ich es mir wünschen würde. Vielleicht probiert ihr es ja mal aus. Lg Marah

  6. Ich habe bereits 2012 die MondLicht-Saga erworben – beim stöbern in den unendlichen Weiten des o. g. Onlinebuchhandels. Im Buchladen um die Ecke wäre ich vermutlich erst in jüngerer Vergangenheit über die Serie gestolpert. Als diese kommerziell erfolgreich wurde…
    Diesen Vorteil werden die örtlichen Buchläden auch kaum ausmerzen können: Bei Amazon habe ich eine riesige Auswahl und das rund um die Uhr.
    Allerdings hat auch jeder eigene Wertmaßstäbe, es gibt nun mal Menschen, die nur auf Schnäppchen und Bequemlichkeit aus sind, andere wiederum haben gerne ein gebundenes Buch in der Hand und zahlen dafür auch mehr – jedem das seine. Der Markt bedient heute jeden Bedarf und es liegt an den Geschäften, wie und ob sie Kundschaft in den eigenen Laden lockt. Wenn ich mir als Besitzer keine Mühe gebe und nicht auf die Bedürfnisse der Kundschaft eingehe, dann hat man wohl Pech. Ich war aber auch schon in tollen Läden: mit gemütlicher Sitzecke, Getränkeautomaten, Lesungen, Stöbernächten, in einem stand mal ein Klavier, auf dem jeder spielen durfte, der kein eigenes Zuhause hat. War das wunderbar der Musik zu lauschen und gleichzeitig nach einem passenden Schmökern zu suchen! Und, und, und…
    Einen Punkt möchte ich zu den obigen Kommentaren noch hinzufügen, liebe Buchhändlerin: Ich bin kein unmündiges Kind, das keine eigene Entscheidungen treffen kann. Auch wenn Marah unter ihrem Beitrag einen Hinweis hinterlassen hat, so liegt es in meiner Entscheidung, ob ich zu Amazon oder Ihnen gehe.
    Ich wünsche allen weiterhin ein schönes Lese-Erlebnis.

    1. Liebe Patricia,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde Buchhandlungen auch toll und ich schätze das Engagement ganz vieler Buchhändler sehr und trotzdem bedarf es einer Diskussion, was in den letzten Jahren falsch gelaufen ist und warum Buchhandlungen kein Ort der Begegnung mehr sind. Natürlich ist es viel komfortabler, Bücher zu Hause vom Sofa aus zu bestellen, aber das muss nicht immer Amazon sein und wenn ich es als Buchhändler schaffe, mit toller Beratung meine Kunden an mich zu binden, dann kommen sie bestimmt auch wieder. Aber darüber muss ich mir eben Gedanken machen und diese Diskussion wollte ich nur anregen. Lg Marah

  7. Auch wenn ich hier Amazon und co nicht verteufeln möchte… was soll ich in meiner Buchhandlung mit Autoren, die es immer noch nicht verstanden haben, dass ein Link auf ihrem Blog, der nur zu Amazon gesetzt ist, einfach ein Schlag ins Gesicht der Buchhändler ist, die sich stationär für die Bücher von Mara Wolf, als sie bei Dressler erschienen sind in den Laden gestellt haben.
    Was viele Selfpublisher vergessen, der Buchhandel kann nichts dafür, wenn Verlage ihre Bücher zunächst ablehnen und dann erst drucken, wenn der Titel als Ebook erfolgreich war. Schimpft auf die Verlage, aber hackt nicht immer auf den Buchhandlungen rum.
    Warum meinen Autoren nur immer, sie könnten uns Buchhändlern erklären wie Buchhandel funktioniert? Ich maße mir doch auch nicht an, einem Autor zu erklären , wie er sein Buch zu schreiben hat.
    Und gerade weil ich mir in meine Buchhandlung nicht jede Mainstreamscheisse hinlege, werde ich mir künftig auch die Mara Wolf Bücher nicht mehr hinlegen und die Standing Order für die Federleicht Reihe bei Oetinger stornieren. .. Die steht nämlich in unserer Buchhandlung und kein Mensch will sie haben. Und jetzt verraten SIE mir mal bitte Frau Wolf, warum ich mich für IHRE Bücher einsetzen soll, wenn sie es nicht mal auf die Reihe kriegen, neben Amazon noch weitere Links auf ihren Blog zu setzten. Noch dazu, wo sie über das neue Genialokal Afiliate Programm so leicht auch viele unabhängige Buchhandlungen ins Boot setzen können.

    1. Liebe Frau Schmidt,
      bei dem Link, den ich gepostet habe, ging es um ein E-Book, dessen Rechte allein bei mir liegen und es ging mir in dem Artikel auch gar nicht darum, dass alle Verlage zukünftig Selfpublisher verlegen sollen. Es ging mir in erster Linie darum, eine Diskussion anzustoßen, woran es liegen könnte, dass immer weniger junge Leute lesen und es liegt auf der Hand, dass wir es als Branche nicht mehr schaffen, deren Bedürfnisse zu erfüllen, sie zu locken und zu verführen. Ich will Ihnen gar nicht erklären, wie ihr Geschäft funktioniert, aber ich möchte meines eben auch so führen, wie ich es für richtig und angebracht halte. Im Übrigen ist es in Ordnung, wenn Sie meine Mainstreamscheisse nicht mehr verkaufen, wenn die Kunde in ihrem Laden diese nicht nachfragen., wäre es ja verrückt, dies zu tun. Sie können ja nicht mal meinen Autorennamen richtig schreiben, was ich im Übrigen recht respektlos finde und ganz sicher empfehlen Sie meine Bücher mit der Einstellung auch gar nicht. Alles in Ordnung, wirklich. Und nur am Rande, auch ich poste den Link von Geniallokal für meine Bücher, weil ich es eine neue, frische Idee finde und ich kaufe meine eigenen Bücher auch selbst dort und nicht über Amazon. Liebe Grüße Marah Woolf

    2. Liebe Frau Schmidt,

      bei Ihrer Wortwahl und Ihre Grammatik und Orthographie sollten Sie vielleicht auch keinen Buchhandel führen. Das passt dann irgendwie nicht. Liegt eventuell auch daran, dass man bei Ihnen die Bücher lieber nicht kauft.

      Ich selber lese übrigens sehr viele Bücher, auf Marah Woolf bin ich tatsächlich über Amazon gestoßen, denn damals gab es viele ihrer Bücher noch gar nicht in den örtlichen Buchläden. Die meisten sind eben doch erst auf den Zug aufgesprungen, als sich Götterfunke sehr „Mainstream“ verkaufte.

      Ich freue mich sehr, dass Marah den Link für Ihr eBook gepostet hat. Endet doch damit mein täglich Kontrollzwang bei Amazon, ob es nun endlich vorbestellbar ist.

      Der Öttingerverlag bekommt trotzdem sein Geld, denn die „richtigen“ Bücher kommen natürlich ins Regal, aber die Wartezeit bis Oktober auf Band 7 kann ich nicht abwarten.

      Wenn Sie jetzt jedoch alle „Mara Wolf“-Bücher aus Ihrer Buchhandlung entfernen, würde mich erstens interessieren, wär das denn ist und zweitens falls Sie Marah Woolf-Bücher meinen, wundern Sie sich nicht, wenn das Geschäft nicht mehr so gut läuft.

      Ich wünsche Ihnen trotzdem alles Gute für die Zukunft und wenn Sie öfter selber ein Buch lesen, klappt es auch besser mit der Orthographie und Grammatik. Das haben meine Kinder auch gelernt.

      Jana Wagenknecht

        1. Ja Entschuldigung, die böse Autokorrektur des Handys werde ich das nächste Mal ausschalten. Natürlich heißt es: „wer das denn ist…“ und „Ihrer Grammatik“ am Anfang und wieso aus Oetinger Öttinger wurde, weiß ich auch nicht, aber der Sinn kam ja trotzdem an…
          Der wäre nämlich, dass man eine Autorin nicht beleidigt, weil man selber nicht kritikfähig ist.
          Letztendlich ist es Marahs Entscheidung, wo und wie sie verkauft. Auch wenn sie ihren Beruf sicher von ganzem Herzen liebt (sonst wären die Bücher nicht so gut), muss sie trotzdem daran auch verdienen, denn auch sie kann ihre Familie nicht nur von Luft und Liebe ernähren…

          Wer also maßt sich an, sie zu kritisieren, wenn sie eBooks über Amazon verkauft oder selbst den Link fürs Buch öffentlich so postet? Sie postet auch regelmäßig, wann sie in welcher Buchhandlung zur Lesung ist. Mir ist nicht aufgefallen, dass dies zur ähnlichen Aggressionen wegen vermeintlicher Wettbewerbsverzerrung geführt hätte. Wenn ihr also mehr Werbung für eure lokalen Läden wollt, fragt sie doch einfach nett, ob sie auch zu Euch zu einer Lesung kommt. Ich bin sicher dann sind auch bei euch ruckzuck die Bücher weggekauft, denn so eine gebundene Ausgabe lässt sich doch viel besser signieren…

          Werbung jedenfalls geht anders als ich es hier in den Kommentaren überwiegend lese. Da kaufe ich doch gleich aus trotz erstmal online…

        2. Ja Entschuldigung, die böse Autokorrektur des Handys werde ich das nächste Mal ausschalten. Natürlich heißt es: „wer das denn ist…“ und „Ihrer Grammatik“ am Anfang und wieso aus Oetinger Öttinger wurde, weiß ich auch nicht, aber der Sinn kam ja trotzdem an…

          Der wäre nämlich, dass man eine Autorin nicht beleidigt, weil man selber nicht kritikfähig ist.
          Letztendlich ist es Marahs Entscheidung, wo und wie sie verkauft. Auch wenn sie ihren Beruf sicher von ganzem Herzen liebt (sonst wären die Bücher nicht so gut), muss sie trotzdem daran auch verdienen, denn auch sie kann ihre Familie nicht nur von Luft und Liebe ernähren…

          Wer also maßt sich an, sie zu kritisieren, wenn sie eBooks über Amazon verkauft oder selbst den Link fürs Buch öffentlich so postet? Sie postet auch regelmäßig, wann sie in welcher Buchhandlung zur Lesung ist. Mir ist nicht aufgefallen, dass dies zur ähnlichen Aggressionen wegen vermeintlicher Wettbewerbsverzerrung geführt hätte. Wenn ihr also mehr Werbung für eure lokalen Läden wollt, fragt sie doch einfach nett, ob sie auch zu Euch zu einer Lesung kommt. Ich bin sicher dann sind auch bei euch ruckzuck die Bücher weggekauft, denn so eine gebundene Ausgabe lässt sich doch viel besser signieren…

          Werbung jedenfalls geht anders als ich es hier in den Kommentaren überwiegend lese. Da kaufe ich doch gleich aus trotz erstmal online…

      1. „bei Ihrer Wortwahl und Ihre Grammatik und Orthographie…“
        “ Der Öttingerverlag… “
        Hallo Frau Wagenknecht,
        wer im Glashaus sitzt, sollte keine Felswand absondern.
        Schöne Grüße
        Ihr Friedrich Oetinger

    3. „Was viele Selfpublisher vergessen, der Buchhandel kann nichts dafür, wenn Verlage ihre Bücher zunächst ablehnen und dann erst drucken, wenn der Titel als Ebook erfolgreich war. Schimpft auf die Verlage, aber hackt nicht immer auf den Buchhandlungen rum.“ Haben Sie als Buchhändler schon einmal zehn oder zwanzig Exemplare bei BOD oder einem anderen Selfpublishing-Verlag bestellt und ins Schaufenster oder in die Auslage gelegt, um einem unbekannten Autor eine Chance zu geben? Haben Sie nicht? Warum nicht? Dass Buchhändler Selfpublishing regelrecht boykottieren, hat mit den Verlagen rein gar nichts zu tun. Es ist im Übrigen der Grund, warum ich den Buchhandel boykottiere. Ich stöbere dort gern, aber wenn ich was Schönes sehe, kaufe ich es bei Amazon. Dies halte ich so, seit mich die Feuchtgebiete, die zu Dutzenden in einem Regal hinter der Kasse einer großen Buchhandelskette ausgestellt waren, regelrecht angesprungen sind. Das war für mich der Beweis dafür, dass der Buchhandel unabhängig von der Güte eines Werkes ausschließlich profitorientiert arbeitet. Und das möchte ich nicht unterstützen. Bevor Sie also den Verlagen oder den Autoren irgendeine Schuld geben, fangen Sie doch einfach mal bei sich selbst an! Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung!

  8. Liebe Frau Woolf,
    In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Es ist somit Ihr gutes Recht auf diese Bitte der Buchhändlerin so zu reagieren.
    Als Buchliebhaberin und Liebhaberin von Buchhandlungen finde ich ihren Text von der Aussagekraft mehr als fragwürdig. Das man in der heutigen Zeit wohl niemanden mehr finden wird der nicht bei Amazon bestellt ist inzwischen geläufig . Doch so wie ich die Dame verstanden habe, ging es doch nur darum ebenso auf den Buchhandel zu verweisen. An dieser Stelle sollte auch gesagt sein,dass in Bezug auf „Chancen“ niemandem im Leben etwas zugeflogen kommt. Ich singe für mein Leben gerne und das, wie ich weiß ziemlich gut. Soll ich nun diversen Musikläden die Schuld daran geben mich nicht zu fördern? Vielleicht muss ich am Ball bleiben und irgendwann wird es was. Aber was ich sicherlich nicht tun werde, ist Musikalienhändler schlecht darzustellen nur weil man mein „Talent“ bis heute nicht auf diese Art erkannt hat.
    Vielleicht wird auch so ein Schuh daraus,dass Sie als moderne frische Autorin, die Konfetti in ihr eigenes Leben gepustet hat, eine Position einnimmt die mit dem Buchhandel zusammen arbeitet um das was Sie so bemängeln anzugehen.
    Mit freundlichem Gruß
    Eine enttäuschte Leserin

    1. Liebe Jasmin,

      ich hätte die Buchhändlerin sicher auch verstanden, wenn es sich um ein gedrucktes Buch gehandelt hätte. Aber hier ging es lediglich um ein E-Book, für das die Rechte bei mir und nicht bei Dressler liegen, aber das wollte ich gar nicht thematisieren. Mir ging es viel mehr darum, zu überlegen, weshalb es immer weniger junge Leser gibt und ob man daran immer die Schuld bei anderen suchen muss und ich finde eben nicht. Die Buchbranche ist deutlich komplizierter organisiert, als es von außen vielleicht den Eindruck hat und ich glaube, das ist Teil des Problems und darauf wollte ich mal hinweisen. Dass diese These zu Diskussionen führt, war mir allerdings klar, deswegen habe ich den Artikel schon eine Weile vor mir hergeschoben. Die Mail der Buchhändlerin war nur ein Tropfen auf den heißen Stein ;-). Liebe Grüße Marah Woolf

    2. Es gibt tatsächlich noch Leser innen welche nicht bei Amazon kaufen.
      Und somit auch keine Bücher lesen die ausschließlich auf Amazon erhältlich sind.
      Printversionen bestelle ich, in solchen Fällen, direkt beim Autor..
      Und ja ich liebe es auch in Buchhandlungen zu stöbern, lasse mich auch mal beraten…. ABER
      Ich werde von Buchwerbung auf Facebook fast erschlagen und wenn ich in der Buchhandlung die gleichen Bücher (mainstream) vorgeschlagen bekomme ist der Buchhandel leider keine Bereicherung
      Aber wieviele kaufen gebrauchte Bücher und kaufen und kaufen… Nur um ein Regal ungelesener Bücher zu haben?
      Dank der #LBM2018 ist mein SuB bei ca 50 und ehrlich, da muß mit der Buchladen mehr bieten.
      Lesungen, mead & reads oder vielleicht sogar gemeinsames Lesen. Buchertreffs zum Kennenlernen, austauschen oder sowas. Mag auf dem ersten Blick den Umsatz nicht steigern aber eine Kundenbindung kann ja ein Anfang sein

  9. First things First
    Zu sagen Sie alleine seien für den Erfolg verantwortlich ist wohl zu viel des Guten.
    Buchhändler tragen dazu bei, dass Ihre Bücher an den Mann/die Frau kommen nicht nur durch Empfehlungen sondern alleine schon die Tatsache das Buch in ihr Sortiment aufzunehmen.
    Zweitens Ihr Verlag der viel Geld dafür gezahlt hat Ihr Buch in gewissen Buchhandlungen prominent mit Plakat zu bewerben.

    Natürlich ist es Ihre Entscheidung wo sie Ihre Bücher präsentieren aber man kann durchaus Verständnis für Buchhändler haben die sich freuen würden wenn Sie deren Shops oder den Verlag verlinken würden.
    Wenn Sie meinen Ihr Buch rein über Amazon verkaufen zu müssen bitte, aber wundern Sie sich nicht wenn Buchhändler keine Lust mehr haben Ihre Bücher im Sortiment zu führen wenn Sie so respektlos über sie reden.

    1. Lieber Herr Kurz,
      Sie unterliegen da einem Missverständnis. Ich rede nicht respektlos über Buchhändler, mitnichten, denn ich weiß die Arbeit vieler engagierter Buchhändler durchaus zu schätzen und ich bin sicher, dass wir grundsätzlich alle an einem Strang ziehen. Aber es muss mir auch zustehen, meine Meinung zu äußern und Überlegungen anzustellen, weshalb die Buchbranche immer mehr Leser verliert. Ich bin sicher, darüber zerbrechen sich noch viel mehr Leute den Kopf, als nur ich. Ich bin zu vielleicht auch in der Lage, weil ich in beiden Welten zuhause bin. Ich würde mich deshalb auch sehr über einen konstruktiven Austausch freuen, der mitnichte darin enden muss, dass alle Buchhandlungen Selfpublishingtitel verkaufen. Lg Marah Woolf

      1. Lieber Herr Kurz,
        an Ihrem Kommentar erkennt man leider deutlich, dass Sie sich nicht mit der angesprochenen Autorin auseinandergesetzt haben. Marah Woolf veröffentlicht Bücher bereits viele Jahre länger als sie einen Verlag hat und somit in den Buchhandlungen auftaucht. Und genau aus diesem Grunde, hat sie es ausschließlich sich selbst und ihren Kollegen / Kolleginnen zu verdanken, dass sie erfolgreich wurde. Erst als sie sich ganz allein einen Namen erarbeitet hatte, wurde sie für Verlage und somit dann auch für Buchhandlungen interessant.
        Sie ist sicherlich die Letzte, die bestreitet, dass Buchhändler JETZT dazu beitragen, sie NOCH erfolgreicher zu machen, aber dorthin gelangt, ist sie ganz allein.
        Davon ab finde ich es erstaunlich, dass Buchhändler scheinbar 0 kritikfähig sind. Meiner Ansicht nach hat Marah hier niemanden angegriffen (auch wenn viele den Unterschied nicht zu verstehen scheinen), sondern Fragen aufgeworfen, wie sich die Situation verbessern läßt. Und anstelle einer konstruktiven Diskussion über Verbesserungsmöglichkeiten lese ich hier jetzt nur mimimi – Du bist schuld- nein Du. Traurig.
        Meine Hochachtung vor allen Selfpublishern, die von der Werbung, bis zum Vertrieb, von der Steuer bis zum Cover alles selbst machen müssen und dabei auch noch schreiben 😉

    2. Marah Woolf hat ihre E-Books Jahre bevor sich irgendein Verlag oder irgendeine Buchhandlung für sie interessiert hat, verkauft und damit ihre Einnahmen erzielt.
      Sie hat sich den Erfolg also sehr wohl selbst erarbeitet – zusammen mit ihren LeserInnen, die sie für ihre Romane begeistern konnte.

      Es ist dieses Netzwerk aus AutorInnen und LeserInnen, das Verlagen und Buchhandlungen seit mehreren Jahren nun die Grenzen aufzeigt. Unter dem Strich braucht es nur die, die schreiben, und die, die lesen.

    3. Auch Sie möchte ich fragen, ob Sie schon einmal auf eigene Faust ein Buch aus einem Selfpublishing-Verlag in Ihrem Schaufenster oder Ihrer Auslage präsentiert haben? Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Also gehören Sie auch zu denjenigen, die auf Züge aufspringen, wenn Selfpublishing Autoren plötzlich vom Verlag entdeckt werden … vielleicht noch von einem, der sie einst ablehnte … Deshalb sollten Sie sich nicht damit rühmen, welchen Autor auch immer zu unterstützen oder bekannt gemacht zu haben. Sie arbeiten profitorientiert … nicht mehr und nicht weniger!

  10. Zitat von Ihnen : „Ist das Lesen zu langweilig geworden, weil Inhalte kaum unterscheidbar sind?“

    Sehr geehrte Frau Woolf,
    es ist doch sehr anmaßend zu denken das Sie die Inhalte im Bereich Fantasy scheinbar revolutioniert haben. Schöne Bücher, aber nichts neues. Auch bei Ihnen nicht. Ich erinnere mich an Autoren wie Frau Angelini mit der „Göttlich verdammt“ Trilogie oder gar Herrn Riordan.
    Es stellt sich immer die Frage : Was war zu erst da? Das Huhn oder das Ei? Oder in diesem Fall: „Die Idee oder der/die Autor/Autorin“?
    Als kleine Anmerkung, ich bin kein Buchhändler. Bloß ein Leser.

    1. Liebe/Lieber Ni.,
      das waren keine Überlegungen, die sich nur auf meine Bücher beziehen. So anmaßend bin ich tatsächlich nicht, dass ich glaube, das Rad neu erfunden zu haben. Ich wollte lediglich Denkanstöße geben um darüber nachzudenken, wie wir alle zusammen wieder mehr Menschen zu Lesern machen. Es ging in dem Artikel also gar nicht so sehr um mich persönlich und sicherlich war die Mail der Buchhändlerin auch eher der berühmte Tropfen. Ich habe in den letzten zwei Jahren sicher nicht ausreichend Erfahrung mit der Verlags- und Buchhandelswelt gesammelt, aber doch einen Eindruck bekommen und den habe ich versucht in einem Artikel unterzubringen. Dass dieser nicht überall auf Zuspruch stößt, ist mir dabei durchaus klar gewesen und das er kontrovers diskutiert werden wird, ebenfalls. Aber alles ist besser, als dass alles beim Alten bleibt. Lg Marah

  11. Aber jetzt mal ganz ehrlich, wenn Marah Woolf irgendwo schreibt, dass das Buch bei Amazon vorbestellt werden kann, heißt das doch nur, dass sie das mit Amazon abgeklärt hat. Ich bin so intelligent, dass ich meine Buchhandlung anrufe und mir ein Exemplar reserviere. Und das ohne, dass mir explizit gesagt wird, dass das möglich ist. Ich verstehe nicht, dass Buchhändler sich darüber nun so aufregen. Bis jetzt hat Marah Woolf auch immer Infos darüber gegeben, wann das Buch in den Läden steht. Durch das Selfpublishing ist wohl die Beziehung zu Amazon nun enger als zu den Händlern.
    Jetzt habe ich noch eine Frage an diejenigen, die die Bücher nicht in den Läden stellen: Was passiert, wenn ein Kunde explizit danach fragt? Bleibt Sie sich treu und sagt, dass man das Buch nicht bei Ihnen kaufen kann oder bestellen Sie das Exemplar dann für den Kunden.
    Ich verstehe, dass die Buchhandlungen echte Existenzängste haben und das auch zu Recht. Aber man kann doch jetzt die Autoren nicht dafür verantwortlich machen, weil sie ganz offen mit Amazon zusammenarbeiten und dazu stehen. Und Marah Woolf hat ja nun deutlich gemacht, warum das so war. Es ist für niemanden einfach sich zu behaupten. Und ich finde, man muss sich gegenseitig nicht noch mehr Steine in den Weg legen

    1. Leider sind nicht alle so intelligent und kaufen es lieber bei Amazon 😀
      Im Gegenteil: die Leute sind sogar faul und nehmen das erstbeste.

      1. Liebe Lena,
        Das machen sie aber so oder so. Und ganz ehrlich, ich wohne in einem 250-Einwohner-Dorf mitten in der Pampa und hab ein Baby. Wenn ich in eine Buchhandlung möchte, fahre ich 30 Minuten + Kind einpacken und im Auto anschnallen + Sich nach einem Parkplatz, der breit genug ist, damit ich die Tür weit genug aufkriege um den Kurzen raus und rein zu heben, der Parkplatz ist dann definitiv nicht direkt vor der Buchhandlung + die Laufstrecke und dann das ganze rückwärts. Und das schönste ist dann, wenn das Buch, dass ich möchte nicht da ist Meist rufe ich deshalb vorher dort an, aber manchmal ist das zu viel Stress, dann kaufe ich mein Buch auch mal online über die Firma des Teufels höchst persönlich

        1. Wenn Sie Ihre Buchhandlung „vor Ort“ (30 Minuten sind schon heftig) dennoch unterstützen möchten, könnten Sie mal gucken, ob die nicht auch eine Website mit Webshop betreiben. Über diesen können Sie sich die Bücher (meist portofrei) auch zuschicken lassen.

    2. Das Problem ist ja wohl eher, dass eben die meisten der Bücher (99,9% aller Selfpublisher) eben NICHT in den Buchhandlungen stehen (auch wenn die Self Publisher sich die Mühe machen, eine Printausgabe bereitstellen, über Dienstleister wie BOD – beim Buchhandel genauso verpönt wie Amazon oder sogar nocht verpönter! – , oder auch immer häufiger eine Auflage im Wohnzimmer aufbewahren für den Fall, dass jemand ein Druckbuch statt eines eBooks haben will oder – Jackpot! – ein Buchhändler anfragt). Dass Buchhändler sich dann aufregen, wenn es NUR einen Hinweis auf Amazon gibt, ist so lächerlich – wie oft hat man schon gehört, dass ein Leser ein SP- oder Kleinverlagsbuch in einer Buchhandlung kaufen wollte und der Buchhändler es weder da hatte (kann man ja noch verstehen, Platz ist begrenzt und allzu oft von den großen Verlagen gekauft) noch bereit gewesen wäre, es zu bestellen. Und wenn dann jemand aus der SP-Szene es geschafft hat, so bekannt zu werden, dass die Verlage plötzlich doch die Finger danach ausstrecken, dann hat plötzlich JEDER diesen Schriftsteller „gemacht“, nur er / sie selbst nicht. Da wird man jahrelang auf stoischste Weise ignoriert, aber sobald man den Rubel ins Rollen gebracht hat, rennen sie einem hinterher. Es ist so erbärmlich … Und die merken das nicht mal!

      1. Liebe Corinna
        Ja das stimmt. Daher stöbere ich immer gern auf Amazon Auch wenn das so verpönt ist, dass ich sofort in Flammen aufgehe und dann zu Staub zerfallen, wenn ich demnächst eine Buchhandlung betrete

  12. Kann es sein, dass ein guter Teil der Aufregung durch ein Missverständnis ausgelöst wurde? Marah Woolf weißt auf eines ihrer Bücher hin, das sie im Selfpublishing veröffenticht. Das heißt, sie hat selbstständig eine Lektorin und eine Covergestalterin beauftragt, die ihrem Werk den letzten Schliff gegeben haben, bevor sie es selbst bei Amazon hochgeladen hat. Mit anderen Worten: Es gibt keinen Verlag, zu dem sie einen Link setzen könnte. Genauso ist es zweifelhaft, ob sich eine Buchhandlung über einen Link wirklich freuen würde. Freut sie sich dann, für ihre Kunden das Buch bei Amazon bestellen zu dürfen? Oder die Adresse der Autorin zu suchen und bei ihr direkt zu bestellen? Wahrscheinlich eher weniger. Und einen Verlag oder Großhändler zum Platzieren der Bestelung gibt es bei Büchern aus dem Selfpublishing meist eben nicht.
    Deshalb ja der Link zu Amazon. Und jetzt noch eine Runde Nervenberuhigungskonvetti für ale.

  13. Sehr geehrte Frau Woolf,

    Ich hab den Brief und Ihre Stellungnahme dazu jetzt mehrfach gelesen und finde Ihre Reaktion darauf recht fragwürdig.
    Ich las aus dem höflich formulierten Schreiben der Buchhändlerin keinen persönli hen Angriff gegen Sie oder Ihre Titel, lediglich eine Anmerkung zukünftig vielleicht nebst Amazon noch Ihren Verlag, der sich für Sie und Ihre Bücher einsetzt (!) zu erwähnen. Sie sehen es nicht als Ihre Aufgabe Leser in eine Buchhandlung zu locken? Dann können wir ja froh und dankbar sein, dass es noch Buchhändler gibt, die neben dieser Aufgabe zusätzlich die Bücher kleiner, unbekannterer Verlage in ihr Sortiment aufnehmen (was wirtschaftlich zunächst sicher nicht sinnvoll ist), Bücher empfehlen und damit für Vielfalt sorgen. Denn zum Glück kommen trotz oder grade wegen der zunehmenden Digitalität viele Leute in die Buchhandlung und entdecken neue Autoren und Bücher. Außer Ihren natürlich, dass ist selbstverständlich allein Ihr Verdienst und hat rein garnichts mit den Buchhändlern zu tun. Für mich klingt es so, dass damals kein Verlag Interesse an Ihren Werken gezeigt hat und sie die Schuld dafür jetzt im Buchhandel suchen. Mich haben Sie leider als Leserin verloren, ich werde meine Bücher auch weiterhin stationär kaufen.

    P. S. : Wo hat die Dame versucht Ihnen zu sagen wo Sie Ihre Bücher zu verkaufen haben? Meiner Meinung nach wäre es vernünftig und wirtschaftlich, dies auf so vielen Kanälen wie möglich zu tun (Amazon, Verlag(größerer Buchumsatz als im gesamten online handel), Stationärer Buchhandel (der größte Umsatz), ebook etc. Aber Sie werden sich ja bewusst gegen die Buchhandlungen entschieden haben bzw werden viele Buchhändler Ihnen diese Entscheidung jetzt abnehmen.
    Weiterhin alles Gute,
    eine enttäuschte Leserin.

    1. Da ich Sie leider nicht namentlich ansprechen kann, versuche ich mich mal so an einer Antwort. Es ist mitnichten so, dass ich das Engagement der vielen Buchhändler nicht zu schätzen weiß, die jeden Tag mit viel Herzblut versuchen, Menschen für Bücher zu begeistern. Leider konnte ich aber in dem Artikel nicht alle Aspekte dieses Themas unterbringen und ich werfe es dem Buchhandel auch gar nicht vor, dass sie meine Bücher früher nicht verkauft haben. Ich werfe der Dame lediglich vor, dass sie nur ihren Standpunkt betrachtet, in einer Buchwelt, die heute viel komplexer ist als früher. Vielleicht hätte ich erwähnen sollen, dass ihre Mahnung sich auf ein reines E-Book bezieht, das sie sowieso nicht im Laden verkaufen kann. Ich möchte ungern jemandem vorschreiben, wie er sein Geschäft zu führen hat, noch möchte ich mir das sagen lassen. In jedem Fall finde ich es aber wichtig, dass man grundsätzlich zu den Themen ins Gespräch kommt, weil der Fakt bestehen bleibt, dass immer weniger Menschen lesen, was ich sehr schade finde. Mein Schritt, mit einem Verlag zu veröffentlichen habe ich mir übrigens lange überlegt und ganz sicher war auch ein Punkt auf der Liste, meine Leser zu animieren wieder in Buchhandlungen zu gehen und meine Bücher dort zu entdecken, wer trotzdem gern online einkauft, kann das auch sehr gern über die Plattform Geniallokal tun, auch diesen Link habe ich bereits gepostet, weil ich die Idee, die dahintersteht, genial finde. Wie schon gesagt, ist das Thema sehr viel schwieriger zu durchleuchten, als es in dem Brief der Buchhändlerin und meiner Antwort erscheint und sicher damit auch nicht getan. Liebe Grüße Marah Woolf

  14. Ich verstehe die Aufregung nicht, alle Teile der Federleicht-Saga sind bisher nur über Amazon erschienen, warum nicht auch der letzte Teil. Jeder muss Geld verdienen und scheinbar hatte bisher kein Verlag Interesse die Bücher zu veröffentlichen, erst jetzt wo sie bekannt und erfolgreich sind. Und auf Frau Woolf bin ich z. B. nur durch Amazon aufmerksam geworden, zu diesem Zeitpunkt war es mir nicht möglich, das Buch – MondLichtSaga in einer Buchhandlung zu kaufen, ich hab es versucht. Was würdet ihr tun, wenn kein Verlag Euer Manuskript kauft, dann wäre doch jeder über die Möglichkeit die Amazon bietet froh. Ich finde es mutig diesen Weg zu gehen, den großen Verlagen zu trotzen und erfolgreich zu sein und das zu tun was man liebt, das war sicher nicht leicht. Ich bleibe Fan!

  15. Hallo Marah,
    Also erstmal ich stöbere gerne in Buchläden. Muss aber sagen das Bücher auf die dauer zu viel platz weg nehmen. Deshalb hab ich mir ein e-book reader geholt unter anderem dachte ich früher alle reader wären gleich. Aber ich stellte schnell fest das ich mit einem tolino nicht bei amazon kaufen konnte sondern nur bei thalia. Das wurde aber zum Problem da die Bücher die mich interessierten viele neue und unbekannte Autoren waren und es die Bücher nur bei amazon gab oder sie bei thalia mindestens das doppelte bis dreifache kosteten und war darüber nicht wirklich begeistert also verkaufte ich das tolino und holte mir ein kindle. Ich bin also mit amazon auch nicht auf kriegsfuß sondern eigentlich dankbar das amazon vielen Autoren eine chance gibt. Ohne amazon hätte ich vermutlich nicht zu deinen Büchern gefunden. Also lass dich von dieser buchhändlerin nicht runterziehen wir anderen lieben deine Bücher.

    Liebe grüße
    Andrea

    1. Leider muss ich sagen, dass in Ihrer Aussage einige Fehler aufgeführt sind:

      1. auch eBooks sind (wie gedruckte Bücher) preisgebunden, MÜSSEN also überall das gleiche Kosten. Wenn sie bei Amazon günstiger gewesen sein sollten, hätte Amazon gegen das Buchpreisbindungsgesetz verstoßen.

      2. Im Gegensatz zum Kindle, wo bei Amazon gekauft werden MUSS, ist der tolino frei auch beim unabhängigen Buchhändler, oder auch bei anderen Ketten, wie Hugendubel, mayersche, Osiander zu kaufen. Auch das Ausleihen von eBooks über die Onleihe der Stadtbüchereien ist möglich. Einzige Ausnahme? Richtig. Amazon, weil ein Amazon ebook nur über Amazongeräte geöffnet werden können, der Kindle aber auch dafür andere Formate nicht zulässt.

      3. Die „neuen und unbekannten Autoren“, die du erwähnst, könnten ohne Probleme über den Tolino gekauft werden, würden sie nicht beim Amazoneigenen Verlag beziehungsweise in diesem Falle – Plattform veröffentlichen.

      Der einzige, der sich hier abkapselt ist und bleibt Amazon.

      Achso: auch beim „Kindle Deal der Woche“ bestimmt nicht Amazon, sondern der Verlag den günstigeren Preis, gilt also auch bei Thalia und Co.

      Grüße Marc

      1. Dieser Post enthält so viele Falschaussagen dass ich als Papierbuchliebhaber und Inhaber vieler Amazon-Geräte (und eines ePub-Readers) doch mal widersprechen muss.

        ePub als Format ist unnötig verengt was den Zugang angeht, bei uns in der Regel auf die Tolino-Allianz. Die DRM-Beschränkungen sind dabei oft eine Zumutung. Für deutsche Papierbücher schätze ich Osiander, meine seit 425 Jahren hier lokale Buchhandlung sehr – ihren Schritt zur Tolino-Allianz habe ich aber bedauert.
        Anders als Sie behaupten ist die Onleihe erfreulicherweise nicht auf epub beschränkt sondern enthält auch viele PDF-Titel im Adobe Format.

        Der Kindle Keyboard 3G, für den ich mich ursprünglich wegen des vor den EU-Roaming Regeln unschlagbar günstigen „kostenlos weltweit Internet für immer“ das darin enthalten ist, mit Browser für Emails, Facebook, Twitter, mit Audible-Hörbuchspieler, kann beileibe nicht nur azw-Formate anzeigen, sondern auch .mobi und Adobe .pdf eBooks – ein Format in dem Zigtausende sonst nicht erhältliche eBooks verfügbar sind. Nur epub kann er nicht, und nicht weil Amazon nicht will, sondern weil die anderen das nicht wollen.
        Und er spielt auch nicht nur das Amazon eigene Hörbücher sondern hat auch einen eigebauten mp3-Spieler, über die ich auch im stationären Buchhandel als mp3-CDs gekaufte Hörbücher problemlos anhören kann.

        Mein Kindle Fire, den ich zusätzlich seit vielen Jahren nutze, kann über den Bluefire Reader übrigens auch epub und damit alle Titel der Onleihe lesen – Amazon blockiert das keineswegs.

        Umgekehrt ist das von beileibe nicht nur von Amazon sondern auch von anderen Online-Portalen und kleineren Verlagen verkaufte .mobi Format seit unglaublich vielen Jahren auch auf ganz vielen anderen Plattformen lesbar – schon meine Palm Tungsten Geräte haben mit mobipocket Ebooks als mobile Reader in der Westentasche gebracht, vor den ersten Smartphones und kurz nach dem Franklin eBookMan, den ich auch schon hatte.

        Zu behaupten man sei mit Amazon eBooks an Amazon Hardware gebunden ist also Unfug. Und wiederum: Die Tolino-Allianz könnte ohne Probleme durchaus ihre Tolinos für .mobi öffnen, hätte das wie andere Hersteller auch von Anfang an können – tut das aber nicht, im vergeblichen Versuch, Amazon auszugrenzen.

        „Der einzige der sich hier abkapselt ist und bleibt amazon“ ist also grob unwahr – und hoffentlich nur Ihrer Unkenntnis geschuldet. Wie so oft im Leben und der Politik ist die Wahrheit deutlich komplizierter – und bisweilen das Gegenteil des Behaupteten.

        Mit freundlichem Gruss aus dem Landkreis Tübingen,
        Wolfgang G. Wettach, Osiander-Stammkunde (der sich gerne mit Greenbooks die Bücher ins Dorf liefern lässt), Antiquariatsstöberer (als Sammler tatsächlich antiquarischer Bücher), Amazon Affiliate-Webseitenbetreiber und Amazon-Prime Kunde (nicht nur wegen Musik- und Videostreaming, auch wegen der schnellen kostenlosen Lieferung von allem und jedem in ein Dorf ohne Einkaufsmöglichkeit)

        1. Erst einmal liebe Grüße zurück nach Tübingen:

          Ich muss Sie allerdings leider enttäuschen. Ich habe sehr wohl Ahnung von der Materie, arbeite ich doch täglich mit dem Tolino.

          Ihre Punkten bezüglich der Formate stimme ich selbstverständlich zu und bin ehrlich begeistert, dass ich in einem – wirklich nicht böse gemeint – „Buchhandelslaien“ das Gefühl habe einen sehr kompetenten Gesprächspartner gefunden zu haben. Würden Sie nicht so weit entfernt wohnen, würde ich Sie sofort bitten bei mir anzufangen. Die Kunden könnten sich glücklich schätzen.
          Aber: die Formate mobi, ePub und PDF habe ich nirgendwo erwähnt, sondern lediglich aufgeführt, dass die Onleihe über den Tolino ohne Probleme möglich ist. Unter welchen Formaten dies geschieht ist hier wohl eindeutig zweitrangig.
          Es ist allerdings Tatsache, dass sich verschiedene eBook – Bibliotheken (sprich Bücher, die eigentlich bei der Konkurrenz gekauft worden sind) über einen Menüpunkt auf dem Tolino einfach verknüpfen lassen und auch über den integrierten Browser Bücher gekauft werden können, eine Funktion, die bei einem KindleGerät verzweifelt gesucht wird.

          Richtig: Sie können über den Kindle Fire (übrigens ein Tablett und deswegen nicht unbedingt mit einem Reader vergleichbar) über eine externe App epubs lesen, geht auf einem TolinoTablet über die Kindle App aber auch.
          Bildlich gesprochen: Sie Spielen quasi das jeweils eine Produkt auf Ihre vorhandene Hardware auf, was bei einem Amazongerät aber für nahezu alle anderen Anbieter nötig ist, bei einem Tolinogerät aber nur für einen anderen Anbieter.

          Es bleibt aber bei meiner ursprünglichen Aussage: mit einem AmazonReader kann ich nur Amazonbücher öffnen bzw. Solche die explizit dafür gemacht worden sind (PDF ausgenommen – wobei eine gute Darstellung bei beiden Readern nicht wirklich vorhanden ist – Stichwort Zeilenumbrüche) und ein Amazonbuch kann ich nicht auf einem anderen Reader öffnen.

          Auch bei der Aussage mit der Abkapselung von Seiten Amazons muss ich leider bleiben: habe ich mich im Laufe der Ausbildung doch mit mehr als einem Verlagsmitarbeiter und auch mit Angestellten bei Amazonpublishing auf Messen unterhalten, die dies bestätigten.

          Der Punkt DRM ist auch in meinen Augen reiner Schwachsinn aber auch hierbei handelt es sich um eine Entscheidung der Verlage, weder der Buchhändler noch das Gerät Tolino hat hier was zu melden ( hoffe es ist klar, wie ich das meine?) – wobei ich in meinem beruflichen Alltag froh bin zu bemerken, dass DRM immer mehr verschwindet.

          Ich kann auch nur von einem Fall berichten, in dem ich vor etlichen Jahren ein eBook als Leseexemplar in einer Leserunde bekommen habe. Hatte damals ebenfalls einen Kindle.
          Kaum hatte ich das Buch in die Cloud gelegt, um auch über die App auf dem Handy drauf zugreifen zu können, kam eine Mail von Amazon wo das Buch her sei. (War allerdings auch das einzige Mal und kenne auch keinen, dem sowas auch passiert ist)

          Apropos Handy. Habe ich beispielsweise ein bei Hugendubel gekauftes eBook auf dem Rechner kann ich es ohne Probleme auf meinem Rechner und auch auf meinem Handy öffnen. Um das mit einem AmazonBuch zu machen, muss ich quasi den Kindle „kaufen“. Gratis ja, und in Form einer App aber trotzdem ist Amazon wieder auf einem meiner Geräte verlinkt.

          Das ePub von der TolinoAllianz genutzt wird um auszugrenzen, haben Sie selbst schon widerlegt:
          Die Onleihe bietet immerhin auch ePub an und gehört eindeutig NICHT zu TolinoAllianz ebensowenig die Reader der „ersten Generationen“ von Sony, Oyo und wie sie alle hießen.

          Liebe Grüße
          Marc

        2. EPUB ist ein freies Format, das könnte Amazon sehr simpel in ihre Reader integrieren. Das steht auch in allen Artikeln zu dem Thema. Das wird nicht von den anderen eifersüchtig bewacht. Im Gegensatz zu Mobi ist es nicht einengend – es erlaubt z.B. einen deutlich besseren Schriftsatz für mathematische Formeln. Sonst ist da, da es sich in beiden Fällen eigentlich nur um ein HTML-Containerformat handelt, qualitativ eigentlich kein großer Unterschied – der Reader stellt den Text in der Regel ja gut dar.

          Umgekehrt wird da ein Schuh draus: Die anderen Reader können auch Mobi lesen, weil das auch frei ist. Weil sie sich eben nicht dagegen entscheiden, grundsätzlich keine Amazon-Bücher anzuzeigen. Nur: Amazon verwendet gar nicht MOBI direkt, sondern etwas eigenes, was darauf basiert, nämlich AZW. Sprich, die gehen noch einen Schritt weiter und verwenden nicht direkt das offene MOBI-Format. Umwandeln ist aber auch unproblematisch, wenn die Sache nicht geschützt ist. Aber in allen Fällen eben Arbeit. Keine Amazon-Datei kann man ungeändert auf einem anderen Reader lesen. Man kann aber MOBI-Dateien von vielen Anbietern bekommen und auf verschiedenen Readern lesen. Humble Bundles bieten z.B. meist auch MOBI-Dateien sowie EPUB-Dateien an. Wer bei mir direkt Ebooks bestellt, bekommt auch direkt beide Versionen.

          Nicht frei sind die Dinge erst dann, wenn man sie verschlüsselt, sprich, DRM reinsetzt. Ob das der Fall ist, entscheidet bei allen Plattformen, die ich nutze, der Einsteller (also der Verlag oder Selfpublisher). Bei Tolino ist es sogar so, dass man das als Selfpublisher nicht mehr selbst einstellen kann, sprich, die (neueren) Titel sind da alle DRM-frei. (Ein Schritt, den ich sehr begrüße – der angebliche Schutz ist ohnehin nicht vorhanden und bremst nur Leute aus, die auf mehreren Plattformen ihre legal gekauften Bücher lesen – wer sein Buch illegal kauft oder herunterlädt, kriegt ja eine freie Version. Die Verkaufszahle gehen durch den Verzicht auf DRM auch nicht herunter, das hat mit Tor ein ganz großer Player ausprobiert).

          Das Amazon sehr viel über EPUB weiss sieht man übrigens daran, dass man als Ebook-Einsteller empfohlen bekommt, eine EPUB-Datei zu liefern – die Amazon dann selbst unwandelt. Die hätten nun wirklich kein Problem, EPUB auch in den Kindle zu integrieren. Das will man nicht, da man dann die Bücher auch woanders kaufen könnte (kann man ja, aber dann muss man eben umwandeln).

          Kein EPUB zu nutzen ist eine reine Entscheidung von Amazon, um die Leute ja alle „in ihrer Blase“ zu halten. Das ist marketingtechnisch zwischen gewitzt und unklug: Schließlich zwingt es die Leute, einen älteren Standard zu nutzen (was bei reinen Textbüchern wurst ist, z.B. bei Formelsatz aber nicht) – gewitzt ist es deshalb, weil es eben viel bequemer ist, einmal zu klicken, anstatt die Datei konvertieren zu müssen.

          Dass Tolino umgekehrt mobi ausblendet war mir bis eben gar nicht klar, ist aber wohl so. Nun denn – andere (Kobo, Pocketbook z.B.) tun das nicht. Und AZW kann man ohnehin nicht direkt nutzen – der Standard ist eben von Amazon.

          Grüße aus Velbert,
          Frank Röhr

  16. Liebe Marah, ich sehe das genauso wie du, obwohl ich fast ausschließlich beim Buchhändler um die Ecke einkaufe. Ich begleite deine Abenteuer fast von Anfang an und am Anfang konnte man deine Bücher NICHT beim Buchhändler bestellen, weil kein Verlag die Bücher veröffentlicht hat, sondern du selbst – und das dank Amazon. Kein Verlag hatte Interesse, sondern erst, als deine Geschichten erfolgreich geworden sind. Ich finde, Amazon gibt vielen Menschen die Möglichkeit, ihre eigenen Geschichten zu veröffentlichen. Das sollte bei der Meinungsbildung doch beachtet werden. Ich wäre ohne Amazon wahrscheinlich nicht auf deine Bücher aufmerksam geworden. Und da hätte ich sehr viel verpasst. Du bist deinen Weg erfolgreich gegangen, geh ihn weiterhin, ohne dich von solchen Briefen verbiegen zu lassen. Deine Gechichten finden immer einen Weg zum Leser, weil sie einfach toll sind! Ich wünsche dir alles Gute! Liebe Grüße Anja

  17. Hallo,
    ich denke gerade nur: Warum reagiert denn Frau Woolf so unfreundlich und fühlt sich so angegriffen?
    Liebe Frau Woolf, warum? Können Sie die Buchhändlerin doch verstehen? Ärgert es Sie, dass Ihre Bücher nicht so recht bei einem Verlag Anklang gefunden haben? Das lese ich eher aus Ihren Zeilen. Ihre Cover sehen genauso aus wie alle anderen „Fantasy-Cover“. Nur mal so als Feedback.
    Alles Gute für Sie! Ich gehe nachher erst einmal in meinen Buchladen des Vertrauens – das hat etwas mit Einstellung zu tun.
    Freundliche Grüße aus Berlin

  18. Ich muss sagen, dass ich den Artikel sehr unsympathisch finde.
    1. Verlage bekommen so viele Manuskripte zugeschickt, es ist klar, dass nicht alles verlegt werden kann.
    2. klar selfpublishing ist toll, aber so oft ist die scheiße geschrieben, weil niemand mit Ahnung drüberschaut.
    3. wer identifiziert sich mit Autoren?! So ein dummes Argument! Man liest die Geschichte und nicht die Biografie des Autors, von daher ist es sekundär für den Leser.
    4. der buchhändlergeschmack unterscheidet sich von dem der Masse? Wieso, weil das Roboter in den Läden sind? Liebe Marah, das sind genauso Menschen, wie ich und du und auch deine ganze Leserschaft!

    Du magst vielleicht in paar Punkten recht haben, und niemand macht sich Gedanken darüber aber: tatsächlich stehen jeden Tag Leute in den Geschäften, die einen Job brauchen, die sich auch durch etwas ernähren müssen. Und an dem Sortiment können ein einzelner Buchhändler oft nichts machen, denn es gibt einen zentralen Einkauf.
    Indem du so etwas schreibst, verherrlichst du das nur noch mehr, dass die Leute woanders kaufen und andere ihre Jobs verlieren, aber Amazon, der übrigens nicht mal steuern in Deutschland zahlt, bekommt immer weiter sein Geld.

    Liebe Marah, ich werde keins deiner Bücher weder lesen, noch an Freunde weiterempfehlen, denn wie du es schon sagtest: kann man sich mit einer Autorin identifizieren? Nein das kann ich eindeutig nicht.

    1. Vielen lieben Dank, dass hier jemand nochmal rational denken kann!
      Zu schreiben, dass man ganz alleine für seinen Erfolg verantwortlich ist, finde ich anmaßend und arrogant.
      Gerade als Autorin sollte es im eigenen Interesse sein, dass Buchläden meine Bücher da haben, weiterempfehlen und bestellen.
      Auch, wenn die gute Frau Wolf schreibt, dass sie Buchhändler schätzt, kommt das hier allerdings noch so rüber.
      Der einzige Punkt, den diese Buchhändlerin angesprochen hat, ist, vielleicht auch mal einen Link zur Buchhandlung mit reinzupacken und dann kommt ein Kommenar wie: Meine Bücher wollte erst keiner haben und verlegen.
      Was hat das bitte mit dem Punkt der Buchhändlerin zu tun, einfach nicht nur Amazon Links zu benutzen?

      Und der letzte Satz des Kommentars sagt alles!

      1. Entschuldigung, ich meinte Frau Woolf, meine Korrektur hat das geändert, ich möchte nicht respektlos sein und den Namen von anderen Menschen falsch schreiben !

  19. Es liegt übrigens schon auch an den zu Amazon abgewanderten Lesern, die durch Autoren wie Sie dorthin gelockt wurden, dass weniger Buchkäufer in die Läden kommen, dass kleine, mutige inhabergeführte Läden schliessen und dass die Ketten sich auf umsatzstarke immer gleiche Bestseller konzentrieren. Die Buchpreisbindung und die niedrige Mehrwertsteuer sollte den Verlagen helfen, durch Mischkalkulation auch unbekannte deutsche Autoren aufbauen zu können. Wenn aber keine Buchhandlung mehr da ist, die sowas einkauft, geheh die Verlage halt auch auf Nummer sicher und kaufen lieber Lizenzen für anderswo bereits erfolgreiche Autoren. Es ist also schon die berühmte Katze, die sich in den Schwanz beisst, wenn man einerseits auf Amazon verweist und sich andererseits über fehlende Inspiration im Buchhandel beschwert.

    1. Ich bin sicher, Frau Woolf hätte damals, als sie mit dem Schreiben begann, ihre Bücher am liebsten über Verlage raus- und so in die Buchhandlungen reingebracht. In der Tat, ich kann mich an Frau Woolf in ihrer Anfangszeit erinnern, als sie sich in Büchereulen-Internetforen erkundigte, ob jemandem noch ein Verlag einfällt, der sich für ihr Fantasy-Buch interessieren könnte. Und als kein Verlag das wollte, tat sie, was man damals gerade begann zu tun und heute immer mehr von Autoren getan wird – und NICHT NUR von Neuautoren, sondern auch von immer mehr gestandenen Verlagsautoren: Man greift zur Eigeninitiative und verlegt das Buch eben selbst! Amazon stellt die Plattform und die Werkzeuge zur Verfügung, und Autoren, die sich ignoriert fühlen, nutzen sie. Dass das nicht immer angehende Literaturnobelpreisträger sind, ist auch klar. Aber Frau Woolf jetzt vorzuwerfen, SIE sei schuld, dass die Leser zu Amazon abwandern, ist doch ziemlich lächerlich. Verlage und Buchhandel hatten alle Chancen der Welt und haben sie nicht genutzt. Wer da woran schuld ist, lässt sich also SO EINFACH doch nicht bestimmen.

    2. Liebe Stefanie
      Äh… Mal ganz ehrlich, dass ist jetzt nicht durchdacht oder?
      Wie kann man denn Autoren vorwerfen, dass Autoren Leser zu Amazon locken, wenn die Autoren anders gar nicht veröffentlicht werden? Ich kann doch nicht erst sagen, nö, deine Bücher vertreibe ich nicht (Ich weiß, ich weiß, das liegt nicht an den Buchhandlungen sondern an den Verlagen .. ) und dann meckern, dass sie zu Amazon gehen und dort für Ihre Bücher werben? Denn dort fing es ja für Marah Woolf an. Was hätte sie tun sollen?
      Und sie wirbt nicht nur für Amazon. Als Götterfunke 3 erschien, gab es das Buch ja plötzlich doch früher zu kaufen als geplant. Also fragte ich Marah Woolf, in welcher Buchhandlung in Magdeburg ich es denn schon bekommen könnte. Da nannte sie mir eine. Genauso gut hätte sie auf Amazon verweisen können.
      Es stimmt also nicht, dass sie die Leser zu Amazon „hinlockt“

      1. Liebe Steffi, so richtig durchdacht ist Ihre Antwort ja nicht wirklich Es ehrt Sie, dass Sie Ihre Autorin verteidigen, aber Sie haben nicht verstanden, was hier passiert. Der Buchhandel befindet sich in einem Strukturwandel, was sicher nicht an Frau Woolf liegt, aber von dem sie ein Teil ist. Denn in det Zeit vor Amazon, war es eben leichter, als junge Autorin einen Verlag zu finden. Durch sein überaus erfolgreiches Geschäftsmodell hat aber Amazon weitreichende Veränderungen im Buchmarkt bewirkt (und ja, der Buchhandel hat den Internet-Boom durch die Einführung von flächendeckendem DSL/LTE und Smartphones verpennt und ist nicht unschuldig an seiner Situation), nämlich eine sinkende Kundenfrequenz in den Läden. Die dann dazu führte, dass kleine Läden schliessen mussten und Filialisten nur noch auf eben risikolos erfolgversprechende Mainstream-Bestseller setzt. Was dazu führt, dass die Platzierungen für unbekannte Autoren in Buchhandlungen seltener wurden und es damit für diese Autoren schwerer bis unmöglich wurde, Verlage zu finden. Dann hat Amazon die nächste geniale Idee gehabt: Selfpublishing, bei dem die Autoren den Text liefern und das Marketing übernehmen und Amazon das Geld verdient. Für viele Autoren die einzige Möglichkeit veröffentlicht zu werden, hat das aber dem stationären Buchhandel wieder Kunden gekostet, was die Titel- und Stellplatzanzahl weiter reduziert, was es dann wiederum für neue Autoren noch schwerer macht und diese ins Selfpublishing zwingt etc. pp. Es macht gar keinen Sinn, darüber emotional zu diskutieren, das ist einfach ein Strukturwandel, wie er im Einzelhandel immer wieder passiert. Oder kauft noch jemand im Tante Emma Laden ein statt im Supermarkt. Oder fotografiert mit Film statt digital. Oder schaut VHS Kassetten statt online-Streaming. Fakt ist, ohne Selfpublishing hätte es Frau Woolf schwerer gehabt, so erfolgreich zu sein. Fakt ist, jeder einzelne Amazonlink trägt dazu bei, den beschriebenen Wandel zu befeuern. Insofern haben Frau Woolf UND die Buchhändlerin Recht. Ist eigentlich nicht schwer zu verstehen Viele Grüße, Stefanie

        1. Selfpublisher brauchen keine Buchhandlungen. Buchhandlungen brauchen keine Selfpublisher. Das sind einfach zwei Dinge die sich schwer zusammenbringen lassen. Das finde ich persönlich nicht schlimm. Als Autor bemühe ich mich gar nicht erst bei Buchhandlungen verfügbar zu sein. Erst einmal muss ich selber genug verdienen, bevor ich mir Gedanken über das Verteilen von Geschenken machen kann. Die Realität ist dabei ganz einfach: Als deutscher Selfpublisher muss man bei Amazon erfolgreich sein. Das ist die erste Priorität um substanzielle Umsätze zu machen und vielleicht davon leben zu können. Die Shops der Tolino-Allianz machen es Selfpublishern immer noch sehr schwer und sind für mich nur eine Randthema.

          Umgekehrt nehme ich es Buchhandlungen auch nicht übel, wenn sie kein Interesse an mir zeigen. Auch sie müssen zuerst wirtschaftlich denken. Mitarbeiter wollen bezahlt werden. Man hält vorrätig, was sich verkauft. (Ähnliches gilt für Verlage. Es ist ein Geschäft. )

          Buchhandlungen werden es langfristig sehr schwer haben. Wir sind noch am Anfang eines langsamen Umbruches. Der Markt verändert sich. Ich bin ziemlich sicher, dass sich in den nächsten fünf Jahren noch einiges tun wird. Wir sind noch mitten im Selfpublishing-Boom. Diese Explosion sorgt für eine deutlich größere Vielfalt. Buchhandlungen werden es immer schwerer haben, diese abzubilden. Vielleicht überzeugt dies einige Leser zur Rückkehr …

  20. Geehrte Frau Woolf,

    „DU MUSST DIR SCHON SELBST KONFETTI IN DEIN LEBEN PUSTEN…“ ist schön formuliert und davon kann sich jeder eine Scheibe abschneiden.

    Aber was das Thema Amazon angeht: Sie vergessen die extremen steuerlichen Vorteile die Amazon genießt und zu einer Wettbeberbsverzerrung geführt haben gegen die der stationäre Handel nicht mehr anstinken kann. Ich spreche da nicht nur für den Buchhandel. Diese Chancenungleichheit verstärken Sie. Einen kleinen Ausgleich würden sie erreichen, wenn sie mit der Verlagsseite oder http://www.dnb.de verlinken würden. Ihren Leserinnen und Lesern bliebe immer noch die Wahlfreiheit wo sie Ihre Bücher beschaffen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Schäfer

  21. Hallo liebe Mara.
    Danke, dass du in diesem Artikel das Weit ergriffen hast. Das war sehr mutig.
    Ich finde auch nicht, dass man Unverschämtheit in diesem Maße einfach schlucken muss und immer buckeln, damit andere ihren Frust auf einen abladen können.
    Danke für deinen Aufruf zur Selbstverwirklichung. Das tat richtig gut, einen so guten Denkanstoß zu bekommen.
    Alles Liebe, Lin.

  22. Ich denke ehrlich gesagt das Amazon vielen unbekannteren Autoren, den jeder fängt mal klein an, eine bessere Möglichkeit gibt sich zu vermarkten. Daran ist nichts falsch. Nun sollte man aber bedenken, das Amazon Kapital in Massen besitzt. Es kostet sie also kaum etwas ein ebook zu produzieren Der Verlag der das richtige Buch druckt und in die Buchhandlungen geht damit aber auch immer ein Risiko ein.

    Den Buchhändlern die Schuld zu geben finde ich doch sehr schade, denn diese investieren sowohl viel Zeit als auch Geld in Ihren Beruf, müssen aber auch am Leben erhalten werden. Sprich Bestseller. Ein Buchhändler kann nur traurig lachen, wenn ihn einer fragt ob sie mehr kleine Titel vertreten wollen. Wollen wir. Machen wir. Findet kaum Absatz. Die meisten Menschen wollen Mainstream. Es ist einfach so. Deshalb finde ich diesen Blogeintrag nicht ganz durchdacht, denn er beschuldigt zwar den Buchhandel aber er kennt ihn offensichtlich nicht von innen.

    Für alle die hier schreiben sie wollen rund um die Uhr Bücher shoppen…Fast jede Buchhandlung hat eine tolle Internetseite mit ähnlichen Algorithmen die einem Vorschläge präsentieren und die genauso schnell liefern z.B. thalia o. Ä.
    Die Bücher nicht mehr zu empfehlen ist kleingeistig. Als Buchhändler kann ich über solche kindischen Aussagen nur den Kopf schütteln. Was ich nicht verstehe ist, warum machen sie nicht einfach mehrere Links? Zu Amazonas, als auch zu Buchhandlungen. Alle wären glücklich und es gäbe keinen Grund für Streit und alle hätten etwas davon.

    Alles in allem haben sie viel Wahres angesprochen, doch aus der Sicht des Buchhandels stimmt der Artikel nicht ganz. D

  23. Liebe Marah,
    ich finde deinen Beitrag sehr gut.
    Ich hab deine Bücher 2012 angefangen zu lesen und kann deinen Unmut verstehen.
    Ich glaube, dass es sehr wohl junge Menschen gibt, die noch in Buchhandlungen gehen und dort ihre Bücher kaufen.
    Bis vor etwa einem Jahr habe ich die meisten meiner Bücher auch in einer Buchhandlung gekauft, da ich gerne die Lokalen Buchhändler unterstützte . Doch seit wir umgezogen sind in eine kleinere Stadt bei Stuttgart, kaufe ich fast nur noch bei Amazon oder Thalia. Der Grund dafür ist die lokale Buchhandlung selbst. Sie ist so lieblos gestaltet und völlig unsortiert, von den Mitarbeitern möchte ich gar nicht erst anfangen. Sie haben es jedenfalls geschafft, dass ich meine Bücher fast nur noch online kaufe.
    Daher bin ich der Meinung, dass jede Buchhandlung es irgendwie selbst in der Hand hat, ob die Kunden bei ihnen kaufen. Wenn sie nicht nur das nötigste tun, sondern ihr Herz reinstecken, dann kauft man dort auch. Ist jedenfalls meine Meinung.
    Ich verstehe auch nicht, dass es in den Kommentaren teilweise heißt, man muss sich mit den Autoren identifizieren können. Das ist für mich völliger Quatsch, ich lese doch ein Buch weil mir die Geschichte gefällt und nicht nur weil ich mich mit dem Autor identifiziere.
    Ich finde liebe Marah, du solltest so weiter machen, wie bisher.

    Ganz liebe Grüße
    Elisa

  24. Liebe Marah,
    ganz so unverschämt, wie es in deiner Antwort anklingt, war dann der Brief der Buchhändlerin doch nicht.
    Ich glaube, dass viele von uns Autoren auch das gedruckte Buch lieben, dass sie gerne im Buchladen stöbern, sich in einen bequemen Sessel setzen und ein paar Seiten lesen. Ich habe meine „Kariere“ nicht über Amazon begonnen, sondern ganz traditionell über die Verlagsschiene. Selbst im Verlag „Droemer Knaur“ (der ja nicht ein ganz kleiner) war der Lohn meiner Arbeit nicht nur in Euro winzig, sondern vor allem auch in der Anstrengung des Verlages. Ich nenne seitdem „Bodendeckerliteratur“. Sie brauchen uns nur, weil es nicht so gut aussehen würde, wenn nur zehn Bestseller im Jahr veröffentlicht würden. Man braucht auch ein paar deutsche Autoren, die man unterstützt. Eigentlich – und das hast du ja auch gut rausgearbeitet – haben die Verlage vergessen, was sie einmal groß gemacht hat. Gute Autoren im eigenen Land suchen und sie aufzubauen. Meine Erfahrung beim Verlag war extrem frustrierend. Einmal habe ich doch tatsächlich drei Monate auf eine Antwort auf meine Mail gewartet. Aber nicht nur das. Als der Roman im Buchhandel war (ich spreche immer noch von Droemer Knaur) bin ich durch die sieben örtlichen Buchläden gegangen und habe meinen Roman dort vorgestellt. Die haben mich angeschaut, als sei ich ein Außerirdischer. Ich wollte keine Lesung, ich wollte ihnen nichts verkaufen, sondern ich wollte lediglich ein Probeexemplar abgeben. Soviel zum Buchhandel.
    Nach meinen Informationen können nur eine Handvoll deutscher Autoren, die über Verlage arbeiten, von den Honoraren leben. Sie müssen nebenbei einen anderen Beruf ausüben oder auf irgendwelche Preise hoffen, die sie wieder einmal ein Jahr über Wasser halten.
    Die Situation im Self-Publishing sieht da durchaus positiver aus. Hier werden – auch dank Amazon – ziemlich hohe Honorare bezahlt, die nicht im Ansatz mit denen der Verlage vergleichbar sind. Es ist nur Selbstschutz, wenn wir hier einen Weg gehen, der uns ermöglicht, von dem Schreiben zu leben.
    Soweit mein kleiner Beitrag – und jetzt muss ich auch weiter an meinem aktuellen Roman schreiben 😉

    Herzliche Grüße Heiner Meemken

  25. Liebe Marah,
    ich finde deinen Artikel großartig, auch wenn (oder gerade weil?) er zu einer kontroversen (und bisweilen amüsanten) Diskussion geführt hat. Beim Lesen dachte ich nur: Jaaaa, genau! Das spricht mir aus der Seele! Allerdings muss ich einräumen, dass ich für mich Folgendes herausgelesen habe: Ein kleines Einzelhandelsgeschäft (nennen wir es die kleine Buchhandlung ums Eck) beklagt, dass jemand einen großen Online-Handelskonzern (nennen wir es das große A) verlinkt hat, statt lieber darauf hinzuweisen, dass es ja ums Eck so viele süße, kleine, gemütliche Kuschelläden gibt, in denen die Ladeninhaber und Mitarbeiter so viel netter sind als das seelenlose Bestellprogramm des Onlinehändlers. Das mag stimmen. Ich mag so kleine süße Kuschelläden.
    Nur – bei uns gibt es die nicht. Ich wohne in der Natur. Auf dem Land. Weil ich die Natur liebe, aber vor allem, weil die Mieten (und alles andere) hier bezahlbar sind. Die nächste Einkaufsmöglichkeit mit süßen Kuschelläden liegt fünfzehn Minuten mit dem Auto entfernt, eine Kleinstadt. Ist ja kein großes Ding. Aber – das Buch, das mich interessiert (oder die Turnschuhe, die meiner Tochter gerade mal passen würden, oder die Jeans in meiner Größe): einfach nicht vorrätig! Und der Laden ist auch nicht wirklich so kuschelig, dass ich denke: Egal, Hauptsache, ich war mal wieder hier. Bringt dem Händler ja auch nichts, nur der Auto- und Treibstoffindustrie, weil ich völlig umsonst meinen Sprit (statt Konfetti) in die Luft gepustet habe.
    Frustriert fahre ich nach Hause und den Rechner hoch. Ich bin alleinerziehend und Freiberuflerin. Ich habe einen Arbeitstag von durchschnittlich 10 Stunden (ein Teil davon nachts, und so gut wie immer auch am Wochenende). Ich liebe mein Kind und unternehme viel mit ihr. Rein rechnerisch komme ich auf zu wenig Schlaf. Praktisch auch. Da macht es mir manchmal (nicht immer!) echt was aus, ein oder zwei Stunden verplempert zu haben, weil es das Zeug, was ich brauche, vor Ort nicht gibt. Klar, liegt auch an meiner falschen Erwartungshaltung.
    Jedenfalls kaufe ich die Turnschuhe dann bei Zalando, weil es da sechzehn verschiedene Paare in der Größe meiner Tochter gibt, meine Jeans ist zudem runtergesetzt, und das Buch bekomme ich online ohne Spritkosten geliefert.
    Und nein, es ist nicht immer so. Manchmal entdecke ich einen total süßen Laden und denke: Wow, jetzt erzähle ich jedem davon, den ich kenne, das ist so toll hier. Aber leider passiert das selten. Und ich weiß, dass es die kleinen Läden echt schwer haben heutzutage. Warum sonst beherrschen Ketten die Innenstädte? Aber es gibt sie, diese Ausnahmen.

    Lieber Besitzer des kleinen Kuschelladens: Ich wünsche dir viel Glück. Wenn ich dich entdecke, werde ich dich unterstützen. Aber Marah hat schon recht: Du musst dir selbst Konfetti in dein Leben pusten. Marah allein kann dich nicht retten. Ich auch nicht. Das schaffst nur du selbst. 🙂

  26. Wäre die Buchhändlerin ein wahrer Fan dann wüste sie das deine Federleicht Saga noch vom Verlag kommt und mit was die Kunden für ihre Treue belohnt werden!

  27. Oh mein Gott was ein wahnsinnig guter Text ! Den Nagel auf den Kopf getroffen und gesagt was gesagt werden musste. Offen gestanden habe ich möchte keines ihrer Bücher gelesen aber sie haben so recht. Ich suche schon länger keine Buchhandlung mehr auf das es sinnfrei ist für mich und wohlgemerkt ich bin 36 also kein Teenager mehr. Oft hat das Personal wenig bis gar keine Ahnung von dem was ich suche oder um was es in den Geschichten geht. Wozu soll ich dafür in einen Laden laufen wenn ich online bessere Möglichkeiten habe.
    Vielen Dank für diesen richtig guten Text.
    Jasmin

  28. Was glaube ich viele hier noch nicht verstanden haben: Stationäre Buchhändler haben auch meistens Online Shops mit kostenlosem Versand und ja, auch eBooks und eBook-Reader sind in Buchhandlungen erhältlich. Diese eBook-Reader sind sogar, anders als das Kindle von Amazon, kein geschlossenes System, ihr könnt eBooks also überall kaufen, nicht nur bei einem einzigen Anbieter.
    Auch Selfpublishing-Produkte sind dank des Print-on-Demand-Vefahrens oft auf Bestellung in Buchhandlungen erhältlich.
    Jeder darf seine Kaufentscheidungen natürlich selbst treffen aber man sollte dabei weiter denken als nur in der Buchbranche. Amazon ist ein Unternehmen, das in Deutschland keinerlei Steuern zahlt, obwohl es hier Vetriebscenter betreibt und Milliarden verdient. Buchhandlungen und Verlage tragen mit Steuern zu unserer Gesellschaft bei, aber auch mit sozialen Dingen wie Veranstaltungen, Spendenaktionen etc.
    Durch die Buchpreisbindung kostet das Buch bei Amazon genauso viel wie in einer Buchhandlung um die Ecke und durch die Onlineshops der Buchhandlungen kann man sie hier genauso gut vom Sofa kaufen wie bei Amazon. Obendrein tut man seiner Stadt und den Menschen in Deutschland was Gutes. Was will man mehr? Also vielleicht doch einfach Mal recherchieren und sich beim nächsten Buchkauf überlegen, dem Buchhändler um die Ecke auch Online die Treue zu halten.

  29. Ich möchte allen jetzt mal Wasser auf die mit Konfetti verklebten Augen kippen.
    Frau Woolf, ich verzichte hier gerne auf sehr geehrt, denn wer sich als Autorin so zum deutschen Buchhandel outet, hat meiner Meinung nach keinerlei Ehre verdient.
    Ich freue mich, dass sie junge Leserinnen mit ihrer Geschichte, die sie selber bestimmt schon zig mal ähnlich von anderen Autoren gelesen haben, immer noch begeistern können. Ich freue mich auch, dass sie anscheinend alles alleine geschafft haben und hoffe, dass auch der Dressler Verlag ihr Potenzial erkennt und sie deswegen ihren Weg als erfolgreiche Autorin von jetzt an allein gehen lässt. Sie fallen hier nämlich nicht nur Buchhändlern in den Rücken, sondern auch Schustern und Schneidern und eigentlich allen Menschen, die im Einzelhandel arbeiten.
    Ich freue mich definitiv nicht auf die Zukunft, wenn selbst Autoren, die als gute Beispiele vorangehen sollten, nicht von 12 bis Mittag denken können. Wer bezahlt für die Städte denn Steuern? Amazon definitiv nicht!
    Die Einzelhändler in Ihrer Stadt bezahlen die Steuern für Schulen, für Kindergärten, für Spielplätze, Parkanlagen usw.
    Aber so wie sie geklungen haben, gehen Sie ja nicht gerne durch Ihre schöne Heimatstadt und möchten diese unterstützen.
    Dann können Sie sich freuen, wenn Ihre Enkelkinder später adipös auf dem Sofa sitzen und es keine Städte mehr gibt, weil Amazon von Schuhen, Kleidern, bis hin zu Büchern und Lebensmitteln alles direkt nach Hause liefert. Ein guter Lesetipp für Sie nebenbei: Qualityland. Ich hoffe, sie verstehen die Ironie und den Sarkasmus, der in den Zeilen der Lektüre steckt.
    Da sie ja angesehene Autorin sind, haben sie sicherlich das Börsenblatt und andere Zeitschriften der Buchbranche abonniert und wissen, dass sich sehr wenige Buchhändler ausruhen und die Schuld auf andere schieben, sondern viele Verleger und Buchhändler täglich hart arbeiten und an neuen Ideen tüfteln, die Buchbranche attraktiver zu gestalten.
    Ich bin mir bewusst, dass dieser Kommentar hier wahrscheinlich auf wenig Zustimmung trifft, aber meinen Mund bei so einem wichtigen Thema halten, kann ich nicht.
    Wenn sie noch ein bisschen Respekt gegenüber dem stationären Buchhandel haben, Frau Woolf, bitte ich Sie um eine Entschuldigung bei der engagierten Buchhändlerin, die Ihnen die Zeilen geschrieben hat.
    Ich hoffe, dass viele (junge) Leute darüber nachdenken, worin sie mit jeder Bestellung bei Amazon investieren und auch mal über die etwas ferner gelegene Zukunft nachdenken.
    Mit Gruß

      1. Liebe Anna, danke auch dir für die Aufklärung des Print in Demand Verfahrens und der Erklärung der Ökosysteme verschiedener E-Reader Unternehmen.
        Ich glaube, dass haben einfach viele noch nicht richtig verstanden.

    1. Diesem Text ist nichts hinzufügen, vielen Dank dafür. Ich hoffe auch dass der Verlag Konsequenzen aus dieser Situation ziehen wird, nicht der Verlag Sollte den Schaden an dieser provokant-unverschämten Anmaßung tragen müssen.
      P. S. Ich bin gespannt wie das Börsenblatt auf diesen Artikel reagiert, auch wenn ich mir die Meinung der Branche schon vorstellen kann.

    2. Danke Beggy für den Text. Sehe ich genauso. Ich habe bereits so viele Gespräche über Amazon geführt und kann Menschen nicht verstehen, die dort einkaufen. Noch weniger verstehe ich Autoren, die diesen Krimskramsladen puschen. Wenn das so weitergeht, wird es nur noch Fließbandarbeiter bei A. geben, keine Selbstständigen, keine Geschäfte, nichts mehr. Als Monopol hätte dann Amazon eine Macht, die die dystopischten Horrorvorstellungen wahr werden lassen. Ja, um so etwas zu reflektieren, muss man um die Ecke denken.

    3. Sehr geehrte Frau Beggy,
      ehrlich gesagt bin ich gerade fassungslos über Ihren Kommentar. Im Grunde bin ich fassungslos über die Häme, die Vorwürfe und die Antipathie, die sich in allen Kommentaren der hier anwesenden und kommentierenden Buchhändlern herauslesen lassen. Da fallen Begriffe wie „Ehrlosigkeit“, „Schuld“, „Respektlosigkeit“ und „Unverschämtheit“ – und das, weil sich eine Autorin, die sich ihre Leserschaft allein und im Eigenverlag aufgebaut hat, dazu entschieden hat, ihr neuestes Buch über Amazon zu vertreiben. Es ist ihre Entscheidung, welchen Vertriebskanal sie wählt. Und dadurch ist sie noch lange nicht für den Klimawandel, für die Landflucht oder für die Fettleibigkeit von Kindern verantwortlich. Ich hoffe, Sie sind für die Ironie und den Sarkasmus, der in meinen Zeilen steht, empfänglich.
      Inwiefern soll sich Marah Woolf für einen offenen Brief entschuldigen, in dem sie ihren Standpunkt mit stichhaltigen Argumenten begründet? Und inwiefern hat der Buchhandel Marah Woolfs Leser zu Fans von ihren Büchern gemacht, die gar nicht über den Buchhandel zu bekommen waren, WEIL besagter Buchhandel mit lockerer Hand abgewunken und bemerkt hat, dass er selbstverlegte Bücher nicht verkauft? Wenn Sie auf einer der vielen Veranstaltungen von Marah Woolf waren, auf denen sie das ganze Jahr hindurch ihre Leser und Fans trifft – und das schon lange vor der Verlagstätigkeit der Autorin -, dann hätten Sie gesehen, wie groß die begeisterte Leserschaft der Autorin ist.
      Und wenn Sie sich über die sonstigen Aktivitäten der Autorin informiert hätten, wüssten Sie auch, dass Marah Woolf unter anderem an der „Aktion Herzgeschichten“ beteiligt war, mit der ein fünfstelliger Betrag für die Flüchtlingshilfe gesammelt wurde – so viel zum Thema: Unterstützung der Gesellschaft und Heimatliebe.
      Mit freundlichen Grüßen
      Carolin Bendel

      1. @Poppy J. Anderson Ja, ganz genau! Ich finde es unglaublich, wie sich Buchhändler hier outen und Autoren oder Amazon zu ihrem Problem machen. Dass Amazon hierzulande keine Steuern bezahlt, kann weder Marah noch sonst ein Autor noch die Leser/ Buchkäufer ändern, das ist meines Empfindens nach ein steuerrechtliches Problem, das reguliert werden sollte. Dasselbe gilt ja für viele Konzerne, die im Übrigen zum großen Teil die Läden in den Innenstädte ausmachen. Davon abgesehen ist Onlinehandel einfach ein Phänomen unserer Zeit, ich nutze ihn ehrlich gerne und tue mich leichter, nach einem Buch bei Amazon zu schauen und die Lesermeinungen direkt dazu geliefert zu bekommen. Ich kaufe nicht alle Bücher bei Amazon, aber ich kaufe fast kein Buch mehr im Buchhandel, weil die Attraktivität der Läden in meiner Umgebung leider einfach nicht heranreicht. Tut mir wirklich leid für alle Buchhändler, denn es geht ja nicht nur mir so, aber hier so einen Shitstorm über Marah Woolf auszubreiten und so zu tun, als wären sie allein für eine lebendige Kulturlandschaft verantwortlich, finde ich maßlos beschämend.

      2. Danke, Poppy! Es ist doch unglaublich, wie engstirnig manche Buchhändler sind. Dass man „hofft, dass der Dressler Verlag das Potenzial von Frau Woolf erkennt und sie von nun an ihren Weg alleine gehen lässt“ ist so hanebüchen, dass einem die Luft wegbleibt. Diese Leute haben nicht mal die Achtung, sich so weit in die „Materie Woolf“ einzulesen, dass sie wüssten, dass Frau Woolf JAHRELANG ihren Weg ohne die Unterstützung eines Verlags gemacht hat (ja, dass der Verlag sich praktisch „ins gemachte Nest gesetzt“ hat). Und dann wird sie dermaßen angegangen, dass es eine Schande ist …

  30. Liebe Marah, was Du beschreibst ist ein altes Problem.
    Früher waren nur kleinere, unabhängige Verlage davon betroffen, jetzt sind es auch die Self Publisher. Die Liste der enttäuschten Leser, die ohne Buch eine Buchhandlung verlassen haben, weil man den gewünschten Titel nicht einmal bestellen wollte – geschweige denn, ihn sich hingelegt hat – reicht vermutlich dreimal um die Republik.
    Besonders beliebt scheinen böse Anschuldigungen gegen Kleinverleger zu sein die „den Buchhändlern das Geschäft kaputt machen, weil sie online verkaufen“. Muss man erwähnen, dass sich die gleichen empörten Buchhändler geweigert haben, die Titel des beschimpften Verlags auszulegen …?
    Ich befürchte, diese Einstellung wird sich bis zum Sankt Nimmerleinstag nicht ändern, wie Dein Beispiel recht anschaulich beweist.
    Zum Glück für Kleinverlage und Self Publisher gibt es inzwischen andere Möglichkeiten, um die Leser zu erreichen. Eine davon ist das große, böse Amazon, die damals (1999) meinen ersten Verlagstitel verkauft haben – ein Titel, der, obwohl er von sämtlichen wichtigen Printmedien gelobt worden war, in den wenigsten Buchhandlungen meiner Heimatstadt vorrätig war.
    Für die wenigen engagierten Buchhändler, die mit ihrem Sortiment nicht nur die großen Ketten abbilden, tut es mir ehrlich leid. Mir sind diese seltenen Exemplare tatsächlich begegnet, die sich bemühen, ein bestimmtes Buch für einen Kunden zu besorgen. Alle anderen … nun ja, so ist das Leben.

  31. Danke, du beschreibst genau, warum ich junge Frau nicht mehr so gerne in Buchläden gehe! Zum einen gibt es hier fast nur Ketten, und zum anderen stehen überall immer nur die gleichen Bücher! Bestsellerliste rauf und runter, sämtliche Bände einer Serie, und wenn ein Thema gut lief (Vampir Lovestorys wie die Biss Reihe z. B.) wird einfach alles darauf ausgelegt. Wenn man dann gerne eine Gestaltwandler Serie lesen möchte, findet man nichts – der aktuelle öffentliche Geschmack ist ja ein anderer.
    Ich werde schon so lange nicht mehr fündig, geschweige denn davon, dass die Läden ein angenehmes Gefühl vermitteln. Die Leseecken sind unpersönlich, Mitarbeiter im Dauerstress, alles viel zu grell, laut, anonym.
    Ich bin zur Bibliotheksgängerin geworden, dort kann ich stundenlang in Ruhe stöbern und reinlesen, die Mitarbeiter haben Spaß und reden gerne über Bücher. Die meisten machen es ja auch ehrenamtlich.
    EBooks habe ich noch nicht so richtig für mich entdeckt, als Büchersammlerin war es schon schwer, Bücher zu leihen – und sie dann wieder zurück zu geben! Ich probiere aber aus – und hab auch schon echt schlimme selbstpublizierte Gurken gelesen. Manche waren aber auch echt toll – und ich würde sie gerne in meinem Regal stehen haben.

    Aber:
    Es ist immer leicht, der Badehose die Schuld zu geben, wenn man nicht schwimmen kann. Sich an die eigene Nase zu packen und aktiv etwas zu verändern, erfordert Mut.
    Du bist den Weg des geringeren Widerstandes gegangen, als du selbst publiziert hast, und die Buchhändlerin hat dich für die Probleme verantwortlich gemacht, statt ihr eigenes Konzept zu überdenken.
    Vielleicht solltet ihr zusammenarbeiten, denn jeder von euch hat sowohl recht, als auch unrecht. Gemeinsam könntet ihr etwas verändern, womit uns allen geholfen wäre.

  32. Liebe Marah, ich stehe mit deinem öffentlichen Leserbrief total hinter dir. Ich wurde damals über Amazon (Mond Silber Saga ) auf dich aufmerksam. Seit dem bin ich ein großer Fan von dir und freue mich auf jedes Buch was von dir erscheint. Auch freut es mich das die Götterfunken Trilogie über ein Verlag erschienen ist. Aber wie du schon geschrieben hast ist das Autoren leben nicht einfach und nicht jeder schafft es ein Verlag zu finden, der seine Bücher veröffentlicht. Hier ist Amazon eine super Plattform auch um andere Autoren kennen zu lernen. Ich finde es ist jeden selbst überlassen wie und wo er seine Bücher kauft. Ich jedenfalls geduldige mich bis federleicht als Buch erscheint. Denn für mich gibt es nichts bessers.
    So liebe Marah ziehe dein Ding durch ich unterstütze auf jede Art.

  33. Ein schöner Artikel. Aber wohl auch ein Stich ins Wespennest?
    Einige Reaktionen finde ich wirklich erschreckend und entlarvend.
    Ich lese aus dem Artikel keinen Angriff auf Buchhandlungen oder BuchhändlerInnen – warum zieht ihr euch den Schuh an?
    Und diese Reaktionen, beleidigt wie Kleinkinder, jetzt verkaufen wir deine Bücher nicht mehr, alternativ die mehrfach geäußerte, teils hämische, teils vordergründig besorgte Frage nach der Reaktion des Verlags… glaubt ihr, so holt ihr euch mehr Leser in den Laden? Als Leserin würde ich um eure Geschäfte nun tatsächlich einen großen Bogen machen. Aber da wurde ich sicher auch ungebührlich beeinflusst, denn mündige Entscheidungen traut ihr den Kunden wohl nicht zu? An anderen Faktoren kann es ja nicht liegen, wenn lieber im Internet gekauft wird als im Laden?

  34. Liebe Frau Woolf!

    Ich will mich jetzt gar nicht lange damit aufhalten, ob es angemessen ist sich als Verlagsautorin dermaßen über den Buchhandel zu äußern. Ich meine, jetzt ist es eh zu spät. Sie haben es in die Öffentlichkeit getragen, es kursiert durch die sozialen Netzwerke und einmal im Internet und in den Köpfen der Menschen, bleibt es auch da.
    Persönlich hätte ich jetzt gedacht, dass eine Autorin von Ihrem Kaliber durchaus weiß, wie das geschriebene Wort teilweise rüberkommen kann, und dass Sie sich deswegen vielleicht Gedanken über den Ton gemacht hätten, aber wie gesagt, ist halt jetzt passiert. Und Sie sitzen ja in jetzt in den Nesseln und sonst niemand.

    Worauf ich jedoch auf jeden Fall eingehen möchte sind folgende Dinge. Zuerst stimme ich Ihnen auf jeden Fall vollends zu, dass sich in der Buchbranche (gerade im Jugendbuchbereich und der Förderung von deutschsprachigen Autoren*innen, in dem Sektor) etwas verändern muss. Am besten sogar vorgestern.

    Diese beiden Punkte jedoch:
    „Ist das Lesen zu langweilig geworden, weil Inhalte kaum unterscheidbar sind?
    Liegt es daran, dass man ständig dieselben Cover sieht und man Bücher kaum voneinander unterscheiden kann?“

    Da musste ich kurz schmunzeln. Weil Sie definitiv sehr legitime und wichtige Fragen in den Raum werfen, auf der anderen Seite aber genau in diese Kerbe schlagen. Verzeihen Sie, aber Ihre Bücher sind jetzt auch nicht unbedingt ein Feuerwerk der Originalität. Und in Götterfunken, verwursten Sie auch so ziemlich jedes nur erdenkliche Jugendbuch-Klischee.
    Von den Covern mal zu schweigen. Klar, die kamen im Fall von Göttfunken vom Verlag, aber bin mir ziemlich sicher, dass Sie da auf jeden Fall ein kleines bissle an Mitspracherecht hatten. Die Cover könnten ja nicht noch härter in die 0815-Jugendbuch-mit-Mädelgesicht-drauf-Ecke fallen. Ich frage mich daher, inwiefern diese „Kritik“ gerade im Zusammenhang mit dem Buchhandel in Ihrem Fall überhaupt gerechtfertigt ist. Ich lehne mich wahrscheinlich nicht zu weit aus dem Fenstern, wenn ich jetzt mal ganz rational bin, und behaupte, dass Götterfunke es niemals in den Buchhandel geschafft hätte, wenn es nicht das Klischee aller Klischees, mit dem Klischee-Cover aller Klischee-Cover wäre. Im Grunde haben Sie es ja gerade den Faktoren, die sie oben in Frage gestellt haben, zu verdanken dass die Bücher im Buchhandel präsent sind und es auf die Bestsellerliste geschafft haben. Und mit dem Finger auf Dinge zu zeigen, die man selbst überhaupt nicht besser macht, das ist schon arg unsympathisch.

    1. Lieber Fabian, vielen Dank für Deine ehrlichen Worte. Ich habe durchaus kein Problem damit, meine Meinung öffentlich zu vertreten, das tun andere ja auch. Was Deine Kritik an meinen Werke betrifft – Du hast recht, ich schreibe mainstreamige Jugendbücher und das tue ich wirklich gern, weil es meine LeserInnen anspricht und sie dort abholt, wo sie gerade stehen und ich glaube, das muss ich auch gar nicht rechtfertigen. Was das Cover betrifft, habe ich mich allerdings ersucht mit Händen und Füßen zu wehren, weil ich es nicht mag. Der Verlag meinte allerdings, dass die Buchhändler es sehr mögen würden ;-). Du erkennst sicherlich selbst die Komik dahinter. Lg Marah

  35. Unter Ihrem Menüpunkt „Termine“ steht folgendes:
    19.04. Lesung im Thalia Magdeburg aus GötterFunke. Verlasse mich nicht

    Verstehe ich nicht – Sie sind doch gar nicht mehr auf Buchhandlungen angewiesen oder? Sie setzen zweierlei Maßstäbe, sehr unsympathisch, sich dann auch noch Jugendbuchautorin zu nennen.

  36. Ich finde die Antwort alles in allem ganz schön arrogant. Man merkt, dass die Autorin bereits eine Million Exemplare verkauft hat, sie hat es nicht nötig sich Kritik anzuhören (Leute in den Läden zu locken ist deine Aufgabe und nicht ihre… Naja…). Du brauchst uns nicht von der Autorin abraten, das hat sie damit selber getan.

  37. Marah Woolfs mutige Meinung polarisiert und lädt zum Gedankenaustausch ein. Man muss sie natürlich nicht in jedem Punkt teilen.

    Amazon hat es geschafft, neue Zielgruppen zum Lesen zu bringen und sich dazu des von Self-Publishern gelieferten Materials bedient. Das bedeutet für beide Seite eine Win-Win-Situation. Ohne Amazon hätten wir alle nie von Marah Woolf erfahren und ohne Marahs offensichtlich erstklassige Schreibe wäre nicht eine Million Leseeinheiten verkauft worden.

    Der deutsche Buchhandel hingegen sitzt seit Jahrzehnten auf einem durch die Buchpreisbindung stabilisierten hohen Thron und lässt sich von den Verlagen, die sich die Deutungshoheit in Sachen Lesequalität vorbehalten, füttern. Von wenigen hoch zu lobenden Ausnahmen abgesehen, hat sich in den letzten 40 Jahren (das ist die Zeit, in der in der Branche arbeite) nie eine Tür für Kleinverlage oder gar Selbstverleger geöffnet. Deren Produkte galten als unverkäuflich und wurden teilweise mit „Ekelverdacht“ (so die FAZ) beschmutzt.

    Beide Seiten haben also ihr Publikum, und es gibt offensichtlich nur dort Schnittmengen, wo große Verlage einsteigen, um am Erfolg der Besten der rund 100.000 deutschsprachigen Self-Publisher teilzuhaben. Und erst in dem Moment beginnt der Dialog zwischen den fremden Welten der (produzierenden) Self-Publisher und den (vertreibenden) Buchhändlern.

    Beide Welten leben parallel und kommen gut ohne einander klar. Ein wechselseitiges Bashing ist deshalb wenig zielführend. Nur wenn Self-Publisher unbedingt in die Welt des klassischen Verlagswesens drängen, sich vielleicht durch die Obhut eines „richtigen“ Verlages anerkannt fühlen oder den Lockruf des Geldes folgen, kommt es zu einer Begegnung der beiden Welten und eventuell zu einem Schlagabtausch wie dem oben abgebildeten.

  38. Guten Morgen in die große und spannende Diskussion einwerf,

    ich konnte mir noch nicht alles durchlesen, hatte aber grade das Bedürfnis mich mit einzuklinken.

    Ich bin ein großer Fan von Marah (durch Amazon kennengelernt) und vergöttere meine kleine Buchhandlung des Vertrauens in Wien, wo ich ein Buch-Abo habe und sie mir immer für mein Geschmack zugeschnittene Bücher jeden Monat zusenden.

    E-Books sind eine tolle Erfindung und dank denen habe ich immer verschiedendste Bücher zur Auwahl in meiner Tasche. Warum ich damit begonnen hatte? Weil ich arbeitslos war und sie nun mal nicht etwa um 50 % sondern um etliches mehr billiger sind!!! Das liegt nicht am Buchhändler, abr auch nicht an den Autoren.

    Wer hier böse oder nicht böse ist, stell ich gar nicht in Frage und ist mir als Leser auch eigentlich egal, ich lese, weil ich die Inhalte liebe (meistens) und mich meine eigene Welt für kurze Zeit vergessen lassen und Stress abbauen.

    Ein Teil des Themas ist, warum immer weniger junge Menschen lesen und irgendwie (und falls das hier schon irgendwo erwähnt wurde, dann sorry) versucht man sich oder anderen die Schuld dafür zu geben. Finde ich von, egal welcher Seite, nicht fair, denn weder Autoren, noch Verlage, noch Buchhandlungen sind schuld. Die Einstellung der Menschen und die Ablenkung des jungen Publikums ist schuld daran.

    In meiner jungen Generation (bis 17) gab es keine Handy’s keine Playstation. Ich hatte eine Konsole, aber nur 3 Spiele.. Ich war sehr viel im Freien und wenn es geregnet hat, dann musste ich mich daheim beschäftigen (ohne Geschwister) und las eben. Junge Eltern lassen ihre Kinder mit Smartphones beschäftigen (ich seh das in den Straßenbahnen und bei Freunden) mit fotografieren, mit Spielen… Also meiner Meinung nach ist keiner Schuld daran, dass die Buchhändler sinkende Absätze verzeichnen, sondern es ist der Wandel der Zeit. Eltern beschäftigen ihre Kinder, Eltern kaufen den Kindern Geschenke. Mein Neffe ist noch keine 2 Jahre und er bekommt mindestens 3-6 Bücher im Jahr. Ich kenne aber jemanden, die hat 5 Kinder, die hat ihren Kindern noch nie ein Buch geschenkt – das sind nicht die zukünftigen Kunden der Autoren oder Buchhändler!

    Einen Kürschner findet man heute auch nicht mehr an jeder Hauptstraße so wie vor 60 Jahren, weil wir kein Pelz mehr tragen wollen!

    Abschließend will ich nochmals beteuern, ich liebe Bücher und werde sie weiterhin kaufen, aber ich finde ein Buch für € 19,80 für 150 Seiten so dermaßen übeteuert, dass ich mir das 4x überlege und mir geht es finanziell gut.

    Marah’s Bücher kauf ich auschließlich über Amazon, weil ich dort quasi die Sammlung am Reader habe, weil sie für mich erschwinglicher sind UND weil sie wochenlang früher da sind.

    1. „Marah’s Bücher kauf ich auschließlich über Amazon, weil ich dort quasi die Sammlung am Reader habe, weil sie für mich erschwinglicher sind UND weil sie wochenlang früher da sind.“

      Zum Thema erschwinglich: das ist natürlich ein Trugschluss. Die gesetzliche Buchpreisbindung gilt für gedruckte Bücher und E-Books gleichermaßen und besagt eben, dass Bücher überall gleich viel kosten.

      Zum Punkt „wochenlang früher da“: das betrifft eben die E-Books, die Frau Woolf ausschließlich über Amazon vertreibt.

      In den beiden Aspekten dem Buchhandel den schwarzen Peter zu schieben zu wollen ist ungerecht, da sachlich nicht richtig bzw. von falschen Voraussetzungen ausgehend.

  39. Wenn ich hier die Texte so mancher Freunde des Buchhandels sehe, kann ich nur sagen: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.
    Aber vielleicht handelt es sich ja um Agent Provocateurs, die von Amazon bezahlt werden? Jedenfalls habe ich selten so viele Beiträge gelesen, die einem jede Lust vertreiben, nochmal in einen Buchladen zu gehen.

    1. Es wäre so schön, wenn nach den vielen, VIELEN Jahren des Aufeinandereinschimpfens endlich mal zusammenkäme, was zusammengehört, nämlich Buchhandel und Selfpublisher. Dabei sehe ich vor allem die Buchhändler in der Pflicht, endlich mal mutiger zu sein. Was nicht geht, muss aussortiert werden, das sehe ich ein, alles andere wäre wirtschaftlicher Ruin. Aber wenn etwas läuft – wie die Bücher von Marah Woolf – dann stell ich mich doch als Buchhändler nicht hin und werf mir selbst Dreck ans Haus …

  40. Liebe Marah! 🙂

    Ich kenn noch Deine Anfänge und bin seitdem ein treuer Fan deiner Werke und kann Dir in allen Punkten nur absolut recht geben.

    Es wäre schön wenn auch Buchhändler das endloch einsehen würden. Ich muss leider zugeben, das ich letztes Mal nach deinem Buch bei uns im Thalia gefragt habe und mir unverschämt geatwortet wurde.: „Wer? Nein ich schau mal. Die gibt es nicht “
    Als ich antwortete das Buch sei schon draussen: „Das stimmt nicht, wer weiß was die Autorin da auf hrem Profil erzählt.“

    So gewinnt man mit dieser Unhöflichkeit, die mir leider schon öfter in verschiedenen Buchläden auffiel keine Kunden.
    Manche sind regelrecht genervt von einer Frage.
    Ich muss aber sagen, ich versuche immer objektiv und neutral ranzugehen und besuche auch weiterhin die Buchläden, es gibt ja auch Ausnahmen.
    Zum Glück. 😉

    Liebe Grüßle Susane

  41. Danke, liebe Mara!

    Es war einmal ein Tag vor 17 Monaten, an dem ich, schamhaft mein Buch in der Hand, bei Hugendubel in Schwerin vor einer Buchhändlerin stand und sie fauchte: „So etwas nehmen wir hier nicht.“
    Sie sah mich dabei an, als hätte ich einen Porno geschrieben. Mein Buch würdigte sie keines Blickes, nicht einmal den Klappentext hatte sie gelesen.
    Jetzt, 16 Monate später, lese ich diesen Text und kann nur sagen: Danke liebe Mara.

  42. Liebe Marah Woolf und all die anderen Leserinnen und Leser dieses Beitrags,

    ich habe viele, aber nicht alle Antworten hier gelesen und verstehe die Aufregung von Seiten der Buchhändler nicht. Ich bin selbst Buchhändlerin und habe des öfteren Kunden bei uns im Laden, die einen Ausdruck oder die geöffnete Internetseite von Amazon zur Hand haben, wenn sie ein bestimmtes Buch suchen. Wir sind doch alles mündige Bürger und können selbst entscheiden, wo wir einkaufen möchten. Fast jede Buchhandlung hat heute eine eigene Internetseite. Wenn ich nun bei Amazon auf ein Buch aufmerksam geworden bin, und ich möchte es aber nicht dort kaufen. So what? Dann gucke ich halt, ob es meine persönliche Lieblingsbuchhandlung hat oder bestellen kann!

    Allerdings machen wir uns nichts vor.
    1. Amazon bietet Autoren wirklich gute Möglichkeiten an, seinen Bücher dort zu verlegen. Manche dieser Bücher kann auch der restliche Buchhandel bestellen. Wenn er es dann möchte. Dienst am Kunden?

    2. Die Suchmaschine von Amazon ist leider wirklich deutlich besser als die meisten anderen Suchmaschinen der Buchhandlungen. Wenn man auf den anderen Seiten nichts findet, findet man es mit ziemlicher Sicherheit bei Amazon. Und mit der ISBN findet man es dann plötzlich auch auf den anderen Internetseiten. Warum auch immer.

    3. Auf in Punkto schneller Lieferung ist Amazon leider nicht zu toppen, wir ich selbst schon leidvoll feststellen musste, als ich bei unserer Buchhandlung etwas online bestellt und es mir nach Hause habe schicken lassen, weil ich krank war.

    Liebe Grüße

    Monika

  43. Ein toller Artikel, der mir (als Autorin) zu 100 % aus der Seele spricht! Was ich (als Leserin) noch hinzufügen möchte: Ich wohne in Berlin-Neukölln, und die nächste Buchhandlung ist (trotz dass ich in Deutschlands Hauptstadt lebe) ganze 3,5 km entfernt, also nicht mal eben in Laufweite. Das Angebot dort ist extrem beschränkt gegenüber Amazon, und eine einzelne Buchhändlerin, die vielleicht gar nicht meinen Buchgeschmack teilt, berät mich mit Sicherheit nicht besser als 20 Amazon-Kunden, die ein Buch gelesen und bewertet haben. Ja, schade, um die Buchläden und schade um die Buchhändler, aber Zeiten ändern sich nun mal. Ich arbeite auch in einem Online-Unternehmen, obwohl ich während des Studiums davon geträumt habe, in einem Verlag zu arbeiten. Doch die Verlage besetzen alle Stellen mit Praktikanten und Volontären, und die Bezahlung ist alles andere als fair. Mein jetziger Arbeitgeber bezahlt mich fair und bietet mir zusätzlich noch extrem viele weitere „Dinge-die-das-Leben-angenehmer-machen“: flexible Arbeitszeiten, gratis Bio-Frühstück, KITA-Platz usw. Von einem Verlag habe ich dergleichen noch nicht gehört. Wie gesagt: Die Zeiten ändern sich, und wer sich nicht mitändert, wird irgendwann auf der Strecke bleiben. Amazon mag ein Monopolist sein (aber bietet den Leserinnen und Lesern eben auch ein sehr angenehmes Einkaufserlebnis), und müsste auch kein Monopolist sein, wenn die Konkurrenz sich etwas eher dazu bequemt hätte, sich den Ansprüchen der heutigen Leserschaft ebenso gut anzupassen wie Amazon es tut. Sorry, aber mir geht das Gejammer des stationären Buchhandels auch nur noch auf den Geist.

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