Wie mir die Idee zu BookLess kam

 

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Es ist vielleicht nicht so gut zu erkennen, und im Grunde ist es auch ein bisschen makaber, aber dass was ihr hier seht ist ein Friedhof. Er ist winzig klein, total zugewachsen und begraben wird da heute keiner mehr (glaube ich). Aber es ist ein wirklich schöner Ort für Spaziergänge und da ich seit meiner Kindheit eine morbide Faszination für Grabsteine hab (meine Oma ging ständig mit mir auf Friedhöfe), gehe ich dort auch gern spazieren.

Und da ist es dann passiert. Bei einem dieser Spaziergänge kam mir die Idee zu BookLess. Natürlich war sie nicht so ausgereift, wie ihr sie jetzt vor Euch habt, aber immerhin konnte ich sie in Grundzügen meinem Mann und meiner großen Tochter präsentieren. „Stellt Euch eine Welt ohne Bücher vor oder eine Welt, aus der die Bücher nach und nach verschwinden. Was würde mit uns geschehen? Wer könnte ein Interesse daran haben und warum? Wer könnte dagegen ankämpfen und wie? Würden wir die Bücher vermissen?“

Da ich aber noch die MondLichtSaga zu Ende schreiben musste, versank die Idee in Form von ein paar Notizen in meinem Rechner. Dort schlummerte sie vor sich hin und ließ mich aber nicht mehr los. Es gab allerdings einige Punkte, über die ich mir erst noch klar werden musste. Ich bin kein großer Plotschreiber, sondern ich lasse einer Geschichte gern ihren Lauf (jedenfalls beim ersten Teil). Ich versammele die Figuren und schaue, was sie so miteinander anfangen und dann geht es von ganz allein los mit den Konflikten (wie im Leben eben). Für BookLess musste ich mir allerdings schon genau überlegen, wie das mit dem Auslesen und Verschwinden eigentlich funktionieren sollte. Aber wenn man eine Geschichte auch mal in Ruhe lässt, dann kommen diese Lösungen und Einfälle von ganz allein: beim Kochen, Autofahren oder eben bei Friedhofspaziergängen.

Im Frühling wachsen neben dem Friedhof übrigens drei Apfelbäume, die wunderbar blühen und deren Äpfel im Herbst wirklich lecker schmecken und wenn es ordentlich windig ist, kann man dort auch Drachen steigen lassen. Ich wette, da liegt es sich echt gemütlich :-).

Also mein Tipp an alle von Euch, die auch gern schreiben und mal Lust auf einen neuen Einfall haben – einfach über einen Friedhof laufen (vorzugsweise bei Tag 🙂 )

 

3 Gedanken zu „Wie mir die Idee zu BookLess kam“

  1. Ich finde diese Geschichte echt super toll. Nicht nur weil sie gut überlegt und toll geschrieben ist. Es ist viel mehr, denn wenn wir uns heute mal so umsehen fällt auf das tatsächlich viele Dinge verloren gehen.
    In den Leben der Jungend (‚Schule, zu Hause, in der Freizeit) spielen die alten Dichter, Autoren und Komponisten immer weniger eine Rolle. Mir kommt es manchmal so vor als schliefe das Wissen ein. Es schlummert und gerät immer mehr in Vergessenheit. So viele tolle Gedanken gehen dadurch verloren. Das macht mich traurig. Denn sind es nicht die Worte, die uns die Welt gestallten?

  2. Hallo Claudia, tatsächlich ein trauriger Gedanke, dass Wissen einschläft. Dann ist es wohl an uns, es aufzuwecken. Ein bisschen versuche ich es ja mit BookLess. Danke, dass Du mir so einen schönen Kommentar geschrieben hast. Lg Marah

  3. Liebe Marah,

    da hast du Recht. Friedhöfe können wirklich inspirierend sein. Ich spaziere auch hin und wieder seit meiner Kindheit über die verschiedensten davon. Ich finde so haben etwas faszinierendes und zugleich beruhigendes an sich. Dort, wo ich herkomme, gibt es in der Mitte des Friedhofs einen Baum zu dem alle Wege führen. Im Herbst versammeln sich dort immer haufenweise Eichhörnchen (meine Lieblingstiere :)) und dann sitze ich gerne auf einer Bank da und bewundere sie, während sich das Herbstlicht durch die bunten Blätter mogelt. Hat mich schon für einige Gedichte inspieriert. Außerdem gibt es dort auch ein paar schöne uralte Mausoleen und halbverwucherte Grabsteine, das vermittilt mir immer ein Gefühl von längst vergangenen Zeiten….

    also kann dich sehr, sehr gut verstehen.

    BookLess ist wieder mal richtig große Klasse.

    LG, Jil (nun mehr nur noch 2 Wochen in Amerika)

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