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BookLess ganz in Neu

Hallo Ihr Lieben,

die „BookLessSaga“ wird als überarbeitete Taschenbuchausgabe in den nächsten Monaten im Oetinger Taschenbuchverlag erscheinen. Damit wird die Saga erstmals im gesamten deutschsprachigen Buchhandel verfügbar sein wird. Das freut mich natürlich besonders, weil ich die Geschichte um die verlorenen Bücher so einem noch viel größeren Publikum zugänglich machen kann. Die einzelnen Teile erscheinen wie folgt:

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Bookless 1. Wörter durchfluten die Zeit April 2017
Bookless 2. Gesponnen aus Gefühlen August 2017
Bookless 3. Ewiglich unvergessen November 2017

Die E-Books sind deshalb nur noch bis zum 18.02.2017

bei Amazon und in den anderen Shops lieferbar, die einzelnen Teile werden aber natürlich zeitversetzt zum Erscheinen der Printausgabe im Laufe des Jahres in der überarbeiteter Fassung wieder zu erwerben sein. Alle drei Teile gibt es dann ab März 2018.

Sobald die E-Books wieder lieferbar sind, bekommen selbstverständlich alle LeserInnen, die die Saga bereits gekauft haben, die jeweils aktualisierte Fassung als Update auf ihre Reader.
Solange freue ich mich, wenn ihr Nathan und Lucy auf ihrem Weg in die Welt die Daumen drückt.

Eure
Marah

Mein Lesejahr 2015

Das Jahr geht in riesigen Schritten auf das Ende zu und damit ist es Zeit meine Leseerlebnisse Revue passieren zu lassen. Gestern habe ich mal durchgezählt, wie viele Bücher ich 2015 gelesen habe und es waren sage und schreibe 149 Stück. Ehrlich gesagt habe ich gedacht, es wären mehr. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich alle Bücher ausnahmslos auf meinem Kindle gelesen habe. Es kommt tatsächlich ziemlich oft vor, dass ich mir „richtige“ Bücher kaufe oder geschenkt bekomme, die ich dann noch mal auf meinen Reader lade. Einfach aus dem Grund, weil ich vorzugsweise Nachts lese und mein Mann sonst wohl schon ausgezogen wäre ;-). Eine Nacht ohne Lesen ist für mich eine verlorene Nacht. Ich wache auf, so gegen drei oder vier Uhr, schnappe meinen Kindle und bin dann mal weg. So bis sechs, dann noch mal ein halbes Stündchen schlafen, bis der Wecker klingelt.
Aber was hat mir nun eigentlich meine Nächte so versüßt? Welche Bücher haben es geschafft mich zu entführen? Ich habe mal versucht, eine Liste zu machen und möchte die gern mit Euch teilen vielleicht entdeckt ihr auch etwas für Euer Lesejahr 2016.

Blog Bücher

Es ist einerseits ganz leicht und andererseits ziemlich schwer, seine persönlichen Highlights auszuwählen. Manche Bücher habe ich zweimal gelesen und dann sogar verschenkt. Ich schätze, dass macht diese Bücher zu meiner Nummer 1 des Jahres. Die beiden Teile von Bad Romeo & Broken Juliet haben sich diese Platzierung mehr als verdient. Die Bücher sind einfach unglaublich toll, nicht nur in ihrer Charakterzeichnung, sondern auch, wie es der Autorin gelingt, die Atmosphäre in der Schauspielschule aufzufangen und dem Leser nahe zu bringen hat mit unglaublich gut gefallen. Ich habe mich schon immer gefragt, wie es Schauspieler schaffen, so mühelos in ihre Rollen zu schlüpfen – jetzt weiß ich es ein bisschen. Die Zerrissenheit der Figuren ist einfach zu toll beschrieben.

Mein bester historischer Roman war dieses Jahr zweifellos Glencoe von Charlotte Lynn. Nicht nur, weil es in Schottland spielt, sondern weil Charlotte es geschafft hat, mich ganz weit weg zu entführen. Direkt in ein schottisches Dorf mit seinen Kämpfen um Glaube und Gerechtigkeit. Aber vor allem, weil die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht zu kurz gekommen sind und nicht die Liebe und die Frage, was wir bereit sind, dafür zu opfern oder aufzugeben.

Dann gab es zwei Jugendromane, die mir die Nächte versüßt haben und das sind „Liebe ist etwas für Idioten. Wie mich“ und noch ein bisschen mehr hat mir „Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte“ gefallen. Allerdings sind die Romane so unterschiedlich, dass ich beide vorbehaltlos empfehle. Idioten greift das derzeit populäre Krankheitsthema in Jugendbüchern von einer ganz neuen Seite auf und Pappfigur ist ein einfach ein charmantes und zu Herzen gehendes Buch, in dem es sich nicht nur um ein Paar, sondern um eine ganze Familie dreht. Der Schluss ist so überraschend wie logisch. Mehr wird nicht verraten.

Eigentlich lese ich gar nicht so viel Fantasy, aber natürlich läuft es mir ab und zu über den Weg. „Angelfall“ habe ich auch schon zweimal gelesen, weil ich total in Raph verliebt bin. Leider wurde Teil 2 nie übersetzt, so dass ich mich irgendwann mal durch die englische Version kämpfen muss. Ein Must-Read war natürlich der letzte Teil „Diana & Matthew-Trilogie“. Matthew ist einfach der einzige Vampir, der Edward Konkurrenz machen kann und hatte ich schon erwähnt, dass ich auch gern eine Hexe wäre ;-)?

Dann vielleicht noch direkt für das nächste Weihnachten eine Weihnachtsbuchempfehlung „Winterzauber wider Willen“ ist der Auftakt einer dreibändigen Serie um drei Brüder und deren Versuch ein Skiresort in den Bergen Vermonts zu retten. Wenn ich es nicht schaffe, mein nächstes Weihnachten in einer dieser Holzhütten mitten im Wald und Whirlpool auf der Terrasse zu verbringen, dann weiß ich auch nicht. Natürlich sind alle drei Brüder wunderschön ;-), sportlich und einfühlsam – so das die Liebe zum Schluss immer siegt. Aber der Weg dahin ist steinig. Genau die richtige Lektüre für drei Weihnachtstage :-).

Da ich euch nicht unendlich zutexten möchte, zum Schluss noch eine Kinderbuchempfehlung „Daisy Star und die rosa Gitarre“ hat mich und meine Tochter köstlich amüsiert. Und natürlich kaufe ich fürs Kind nur echte Bücher. Daisy will nicht, dass ihr Vater als Entwicklungshelfer nach Afrika auswandert und die ganze Familie mitnimmt. Kurzentschlossen gründet sie ein Trashmetalpunkband um bei einem Wettbewerb 500 Pfund zu gewinnen und davon eine Ziegenherde für Malawi zu kaufen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass Daisy total unmusikalisch ist. Ein wunderbar komisches Buch zum Nachdenken über den Sinn des Lebens.

Auf meinem Bildchen seht ihr noch andere Lesehighlights, in die ihr unbedingt mal reinschnuppern müsst, aber ich muss jetzt an FederLeicht. Wie der Klang der Stille weiterschreiben, schließlich soll das Buch Anfang Mai erscheinen und da habe ich noch ordentlich etwas vor mir.

So das war mein Lesejahr, das ja eigentlich noch nicht zu Ende ist. Gerade lese ich Stephen Kings „Über das Leben und das Schreiben“ und bin froh, mal ein Buch gefunden zu haben, das mir auf eine leichte und lockere Art sagt, dass ich schon ganz viel richtig mache. Vielleicht berichte ich Euch in meinem nächsten Blogartikel darüber.

Jetzt wünsche ich Euch allerdings erst einmal einen guten Rutsch ins Neue Jahr mit vielen guten Vorsätzen, die wir meist doch nicht einhalten. Aber ich finde, dass gehört irgendwie dazu. Ohne wäre es ja langweilig …

Lovelybooks-Leserpreis 2014

Leserpreis_Abstimmung_2_2 Der dritte Teil der BookLessSaga hat es tatsächlich in die Endrunde zum Besten Buch des Jahres 2014 in der Kategorie Fantasy des größten deutschen Leserforums Lovelybooks geschafft. Jetzt heißt es FINALE. Erfahrungsgemäß schafft es ein Buch ohne Verlag nicht auf einen der vorderen Plätze – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Also für alle, die Lust und Zeit haben – einfach ein Klick und schon ist BookLess dem Erfolg ein kleines Stückchen näher. Und schaut bei der Gelegenheit doch auch in die anderen Kategorien – entweder zum Voten oder um neues Lesefutter zu entdecken. Ich wünsche Euch viel Spaß. Und nicht vergessen, der Countdown für FederLeicht. Wie fallender Schnee läuft. Nur noch bis zum 15.12. und dann ist es so weit und Ihr könnt Euch mit Eliza und Cassian in ein neues magisches Abenteuer stürzen.

Was als nächstes kommt

Einige von Euch haben ja schon mitbekommen, dass das nächste Projekt, an dem ich schreibe den wunderschönen Titel „FederLeichtSaga“ trägt. Diese Saga knüpft an die MondLichtSaga an und soll vorraussichtlich in sieben Teilen erscheinen (wenn mir nicht die Puste vorher ausgeht). Allerdings muss man die MondLichtSaga dafür nicht zwangsweise gelesen haben. Bei vorablesen.de könnt ihr schon mal in eine Leseprobe hineinschnuppern und Euch die Cover anschauen, die für dieses Projekt in die engere Wahl gekommen sind. Ich freue mich über jeden, der sein Feedback für mich hinterlässt.
Im Sommer 2015 erscheint dann wie versprochen Teil 4 der MondLichtSaga. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob ich damit Eure Erwartungen erfüllen kann und ehrlich gesagt ist mir jetzt schon ein wenig mulmig zumute. Aber wie gesagt, ich habe es versprochen und jetzt mache ich keinen Rückzieher :-). So viel kann ich schon verraten, es wird nicht leichter für Emma. Cover MSN Ich übernehme allerdings keinerlei Verantwortung dafür, was passiert, denn die Idee ist einfach so vorbeigekommen und obwohl ich mir fest vorgenommen habe, keinen vierten Teil zu schreiben – muss ich es jetzt doch tun. Ich gebe mir auch ganz viel Mühe. Aber mit letzten Teilen ist das immer so eine Sache.
Wer mich übrigens mal persönlich kennenlernen möchte, der kann dies gern auf der Frankfurter Buchmesse tun. Am Samstagabend gibt es ein großes Meet & Greet zum Messeausklang mit Sekt oder Glühwein (das kommt ganz auf das Wetter an). Ich habe einige tolle Sachen für Euch im Gepäck und freue mich über jeden, der zum Signieren, Plaudern oder Anstoßen kommt.
Ich schätze, dass waren erstmal genug neue Infos – arbeitet alle fleißig und ich hoffe bei Euch scheint die Sonne. Hier kommt sie gerade hinter den Wolken hervor und ich muss jetzt mit FederLeicht weitermachen, schließlich soll das Buch pünktlich zu Weihnachten erscheinen.

Keine Sinnfrage

Die ganze Welt kippt sich eiskaltes Wasser über den Kopf und sammelt damit 80 Mio. für eine Krankheit ein, von der weltweit 300.000 Menschen betroffen sind. Ich finde das super. Mein Kind war inspiriert. Sie und ihre Freundin haben sich Weihnachtsmannmützen aufgesetzt und sind losgestiefelt um in der Nachbarschaft Spenden zu sammeln.
20140826_160116Ganze 13,61 € kamen zusammen – ein bisschen wenig, wenn man bedenkt, dass Unterernährung jährlich zum Tod von 2,6 Millionen Kindern unter fünf Jahren beiträgt – das sind 45 Prozent aller Sterbefälle von Kindern weltweit. Ich würde mich freuen, wenn die ALS-Stiftung, dass Geld, dass sie nicht dringend benötigt, weitergeben würden. Immerhin reichen laut Save the children schon die 13,61 € für ganze 32 Päckchen Aufbaunahrung.

Rezept zum „Bücher machen“

Nachdem ich beim letzten Mal ein bisschen darüber geschrieben habe, wie sich ein Buch am besten schreibt, möchte ich heute ein bisschen darüber erzählen, was ein Buch zum Buch macht – und zwar zu einem Buch, dass auch gelesen wird. Denn darum geht es uns doch, wenn wir ehrlich sind. Wir wollen, dass unsere Bücher gelesen werden. Ich habe viele Kollegen, die sagen, sie schreiben in erster Linie für sich, aber so richtig mag ich das nicht glauben.
Die meisten Menschen, die ich treffe und denen ich erzähle, dass ich Bücher schreibe, stellen sich das ungefähr so vor (siehe Bild).shutterstock_124929833 (1)

Ich habe keine Ahnung, woher die Vorstellung kommt, dass Bücherschreiben kein „richtiger“ Job ist. Erst, wenn jemand nach meinen Verkäufen fragt und ich diese verraten, werde ich als wirklich arbeitende Person wahrgenommen. Das ist übrigens nur in Deutschland so. Hier in Schottland finden die Leute es ganz toll, dass ich ein „writer“ bin und sind immer unheimlich interessiert. Aber das ist ein anderes Thema.

Was hat also meine Bücher zu Büchern gemacht? Meine Antwort darauf: harte Arbeit. Es genügt nicht, ein Buch zu schreiben. Ihr müsst daran glauben (und damit meine ich nicht, glauben, dass ihr das beste Buch der Welt geschrieben habt). Mit Glauben meine ich: ihr müsst Zeit und Geld in euer Buch investieren. Zeit, indem ihr es immer und immer wieder überarbeitet. Zeit, die ihr in Blogs, Foren und sozialen Medien verbringt. Und wenn ihr wirklich an euer Buch glaubt, dann müsst ihr hierfür auch Geld in die Hand nehmen und in Vorableistung gehen. Schließlich möchtet ihr auch, dass eure potentiellen Leser für euer Werk bezahlen und da ist es nur fair, dass sie ein ordentliches Werk bekommen.
Die Bewertung zu dem, was ihr geschrieben habt, ist zum Schluss Geschmacksache der Leser, aber sie können ein ordentliches Cover erwarten und zumindest ein Korrektorat. Ein Lektorat wäre natürlich noch besser und wenn ihr ein bisschen sucht, dann findet ihr sicher auch einen passenden Lektor. Die Leser können erwarten, dass das E-Book und das Taschenbuch ordentlich gesetzt sind und eben wie ein professionelles Buch daherkommen. Denn eine Profession (ein Beruf) ist es allemal – das Bücherschreiben und eben nicht nur Berufung.
Wenn es dann endlich da ist, dass Buch, und bei amazon erhältlich, dann hört die Arbeit nicht auf. Im Grunde fängt sie dann erst an. Es kennt nämlich niemand euer Buch und das sich das ändert, ist Teil eurer Arbeit. Das Dumme daran ist, niemand garantiert euch den Erfolg, so sehr ihr vielleicht auch strampelt. Aber auch das ist Teil des Spiels. Nur wer sich richtig reinkniet, wird zum Schluss vielleicht Erfolg haben. Darüber solltet ihr euch im Klaren sein, wenn ihr ein Buch veröffentlicht, denn in der Regel sind Bücherwürmer und Bücherschreiber recht introvertierte Menschen, die sich schwer damit tun, auf ihre Leser zu zugehen und im schlimmsten Fall Kritik einzustecken. In dem Fall ist es vielleicht doch besser, dass Buch nur für sich selbst zu schreiben ;-).

Auf meiner To-do-Liste (nur als kleiner Vorgeschmack für heute) steht jedenfalls Folgendes: Facebooknachrichten beantworten, Buchhaltung 4. Quartal 2013, Blog überarbeiten besonders englische Seite und neuen Blogartikel schreiben, Goodreads Freundschaftsanfragen checken und Reziexemplare verschicken, Anwalt wegen koreanischem Vertrag kontaktieren, BookLess ist zurück aus dem Lektorat und muss bis zum 30.04 überarbeitet sein, Verlosung zum Welttag des Buches vorbereiten, Giveaway-Aktion prüfen und Mail an die über 2000 Teilnehmer versenden, Coverdesignerin für Sammelausgabe anschreiben, Gedicht und Zitate (24 insgesamt) für BookLess III finden, Steuerformular für USA ausfüllen … Nebenbei steht natürlich noch aufräumen, Wäsche waschen und Mittagessen kochen auf dem Plan. Man gut, dass ich an meinem Küchentisch arbeite und das mal zwischendurch einschieben kann …

Deswegen sieht so ein Autorenleben nämlich ganz oft auch so aus: shutterstock_171424742
Das alles soll natürlich nur eine nett gemeinte Warnung an die von euch sein, die es auch mal gern versuchen wollen. Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja: ES IST DER TOLLSTE JOB DER WELT, DEN ICH DEN REST MEINES LEBENS NICHT MEHR AN DEN NAGEL HÄNGEN WERDE.

Rezept zum Bücherschreiben

Wie funktioniert das eigentlich mit dem Bücher schreiben? Seit ich mich als Autorin betätige, treffe ich regelmäßig auf Menschen, die mir mitteilen, dass sie auch schon immer mal ein Buch schreiben wollten. Bei den meisten scheiterte dieses Vorhaben in der Vergangenheit an der fehlenden Zeit. „Wie machst du das bloß? Ich habe immer so viiieeel zu tun?“ – ist die beliebteste, nennen wir es mal Ausrede. Was im Umkehrschluss ja irgendwie bedeutet, dass ich Zeit im Überfluss gehabt haben muss. Das letzte Mal hörte ich dieses Argument im engsten Freundeskreis, von einem Mann, der kinderlos ist und hauptsächlich von zu Hause arbeitet – dementsprechend aufsteht wann er will und seinen Tag nach Gutdünken einteilt. Ok – mein erstes Buch schrieb ich, mit drei Kindern (zwei davon schulpflichtig), einer Firma mit 5 Mitarbeitern, Haus, Garten und … die Frauen unter euch wissen schon, was da alles so dranhängt. Das Zeitargument zieht bei mir also nicht so wirklich.
shutterstock_1198882Was will ich damit sagen – einen Teil eures Lebens müsst ihr dem Projekt „Schreiben“ schon widmen. Von allein finden die Wörter höchstens in Romanen wie „BookLess“ aufs Papier.
Das zweite Argument ist dann meistens. „Mir fällt nur so ein bisschen ein. Ist nur so eine kleine Idee, aber die ist super.“ Keine Ahnung, was für eine Antwort von mir erwartet wird? Soll ich eine Idee liefern? Ich meine, wenn jemand keine ausbaufähige Idee hat, dann wird da auch kein Buch draus – ist doch irgendwie logisch, oder?
Der Knaller ist immer noch: „Also ich lese ja gar nicht. Aber ein Buch wollte ich schon immer mal schreiben.“ Da verschlägt es mir dann endgültig die Sprache. Ich finde, das ist dasselbe, als ob ich plötzlich einen Tisch oder einen Schrank bauen wollte. Irgendwie würde ich das bestimmt hinkriegen, aber den Raum, in dem die Dinger dann stünden, würde ich nicht mehr betreten. Ich hätte Angst, dass der Schrank umgehend umkippen und mich erschlagen würde. Es ist mir schleierhaft, weshalb ein Mensch ein Buch schreiben möchte, der selbst nicht liest – für wen? Die anderen Nichtleser? (Sorry aber das musste mal raus).
Ein Buch zu schreiben hat nichts mit Zeit zu tun, nichts mit nicht vorhandenen Ideen und auch nicht mit Handwerk. Ein Buch zu schreiben hat etwas mit dem Erfüllen eines Traums zu tun, mit Dingen, die man nur Geschrieben sagen kann, mit Träumen, die man nur auf dem Papier träumt und Gefühlen, die man mit seinen Lesern teilen möchte. Als ich jung war – wollte ich nie ein Buch schreiben. Nicht im Traum habe ich darüber nachgedacht. Ich sah mich nicht mit 42 schreibend vor einem Kamin in Schottland sitzen. Ich wollte in einer Wüste alte Städte ausgraben und mir den Sand um die Nase pusten lassen.
Aber dann machte mir plötzlich eine Geschichte einen Strich durch die Rechnung und wollte aufgeschrieben werden. Ok, dachte ich – mache ich das mal. Ich hatte weder Ahnung von Plots, Spannungsbögen oder Füllwörtern – aber ich habe es einfach gemacht. Ihr wisst ja, was dabei herausgekommen ist. Also an alle von Euch, die auch gern schreiben oder schreiben möchten – tut es einfach. Sucht nicht nach Argumenten, warum es nicht geht oder warum ihr so ein Projekt nicht realisieren könnt – es geht immer, von es von Herzen kommt.

Nach der Messe ist vor der Messe

_MRR7113Da plant man und plant man und schwuppdiwupp ist die Buchmesse auch schon wieder vorbei. Für alle Daheimgebliebenen gib es hier nun eine kleine Zusammenfassung. Es war toll :-). Damit ist fast alles gesagt. Es ging am Freitagabend los, mit einem Treffen mit befreundeten Autoren. Wir waren im Cafe Waldi in Leipzig und wir waren so viele, dass ich kaum das andere Ende der Tafel sehen konnte. Doof ist dann immer, dass man nicht mit jedem quatschen kann. Es war aber insgesamt schon erstaunlich, wie gut man auf einmal mit Menschen kann, die man normalerweise nur von Facebook kennt. Am Samstag früh ging es dann weiter mit der Verleihung des Indie-Autoren-Preises. Ich durfte dieses Mal in der Jury sein, was ein ganz tolles Erlebnis war. _MRR6999Die Preisträger im Bereich Belletristik – Vanessa Mansini, Catherine Shepherd und Nicholas Vega kann ich euch auch uneingeschränkt zum Lesen empfehlen. Die Entscheidung zwischen den drei Titel war denkbar knapp. Ich durfte für das Buch „DerJunge der Glück brachte“ die Laudatio halten und war tatsächlich ein bisschen aufgeregt.

Dann kam der spannendste Teil des Tages: unser eigenes Meet & Greet mit euch, unseren Lesern. Wir waren diesmal 15 Autorinnen, was echt eine Menge ist. Zuerst hieß es Taschen packen – die kleinen Mitbringsel wollten standesgemäß verstaut werden. Schon das war eine logistische Meisterleistung und wir kamen ganz schön ins schwitzen. _MRR6932 copy Alle interessierten Autorinnen, die mich angeschrieben haben und mitmachen möchten – bitte, bitte versteht, dass 15 die absolute Obergrenze ist. Es gibt doch so viel Platz auf der Messe – organisiert einfach andere tolle Veranstaltungen – eure Leser werden es euch danken. Ich bin jedesmal überwältigt, von dem Andrang, der auch dieses Mal wieder herrschte. Im Grunde konnte ich es erst auf den Bildern richtig sehen, weil ich so viel mit signieren beschäftigt war.  Das Highlight war natürlich die Verlosung. Amazon hatte einen Kindle Fire Hdx gesponsert – den hätte ich auch mal gern (obwohl ich auf meinem Paperwhite ja eigentlich nur lese – aber der Fire sieht echt chic aus). Ich habe mich riesig für Finny _MRR7202gefreut und noch besser war, dass ich sie eine Stunde später auf dem Leipziger Bahnhof getroffen habe und wir noch beide zusammen essen waren. Also falls ihr mich irgendwo mal trefft, für einen Besuch beim Chinesen oder so bin ich immer zu haben ;-).

Zwei Stunden kommen mir am Anfang immer ziemlich lang vor, aber plötzlich war es halb fünf und unsere Zeit war um. Ich habe nicht mal mitgekriegt, wie der Sekt abgeräumt wurde. _MRR7120Und dann musste ich mich schon auf die Strümpfe machen und nach Köln fahren. Ich hatte nämlich am Sonntag früh meinen ersten Fernsehauftritt beim WDR zum Thema „Die Zukunft des Buches“. Da verändert sich ja derzeit doch ganz schön etwas – mein Fazit ist trotzdem, dass Bücher ganz sicher nicht aussterben -allen Unkenrufen zum Trotz – dafür sorgen wir schon, oder?

Ein Jahr ist viel zu kurz

Ich habe gerade mal nachgesehen und festgestellt, dass ich nur einmal etwas zu meinem Auswandererleben geschrieben habe. Das muss ich sofort ändern, schließlich ist das Jahr fast vorbei. Schon jetzt kann ich sagen, dass wir gern noch bleiben würden. Die Gründe will ich Euch natürlich nicht vorenthalten :-). Das Leben hier ist einfach deutlich entspannter als in Deutschland.IMG_0099

Ich habe drei schulpflichtige Kinder – also einige Erfahrung mit dem deutschen Schulsystem. Hier gehört die Schule in die Schule. Lehrer und Schüler – das ist ein Miteinander, wie ich es nur in Ausnahmefällen an deutschen Schulen erlebt habe.  Alle meine Kinder gehen hier furchtbar gern zu Schule – ein Zustand, der in Deutschland äußerst selten vorkam. Das war Punkt 1 – ich muss die Freizeit mit meinen Kindern nicht mehr damit zubringen, für Klausuren zu lernen (gibt es hier nämlich nicht).

Punkt 2 – das schottische Wetter ist deutlich besser als sein Ruf. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass fast an jedem Tag unseres Hierseins die Sonne schien. Selbst im Winter war es selten kühler als 9 Grad. Was gibt es Schöneres, als sein Kind morgen über eine sonnige Strandpromenade zur Schule zu bringen und noch ein bisschen den Möwen zuzugucken. Schulen gibt es nämlich an jeder Ecke und ich muss nicht mit dem Auto irgendwo hin kutschen.images (1)

Punkt 3 – die Schoten sind das freundlichste Volk, dass mir je untergekommen ist. Hat sich von Euch schon mal jemand beim Aussteigen beim Busfahrer bedankt? Nein, oder? Machen die Schotten ständig – gehört zum guten Ton. Wenn ich an der Supermarktkasse bezahle kann ich sicher sein, dass die Kassiererin mich fragt, wie es mir geht und erwartet auch tatsächlich ein Gespräch. Da drängelt hinter mir aber keiner, dass es nicht schnell genug geht.

Die Busse fahren hier in jede Ecke, die Geschäfte haben jeden Sonntag auf, das Essen ist deutlich besser als sein Ruf, etwas zum Angucken findet man auf Jahre, die Landschaft ist bezaubernd und als wir mit unserer Kleinsten zum Zahnarzt mussten, wurde uns gesagt, dass Kinder bis 6 komplett kostenlos behandelt werden.

Die Sprache ist leider schwieriger, als ich vorher gedacht habe ;-). Ich hatte angenommen, dass ein paar Wochen Sprachschule reichen würden, um das irgendwie hinzukriegen. Pustekuchen – es ist ein bisschen mehr tricky. Aber was soll’s. Ich gehe fleißig dahin und habe eine weitere wundertolle Erfahrung gemacht. P1020891Ich habe nämlich Menschen aus aller Herren Länder kennengelernt – verschleierte Mädchen aus Saudi-Arabien, eine japanische Bäckerin, einen lustigen Russen, einen schüchternen Taiwanesen, ganz viele hübsche Italiener und aufgeschlossene Französinnen. Gemeinsam ziehen wir  jedes Wochenende um die Häuser, essen die merkwürdigsten Sachen und reden in aller Herren-Länder-Sprachen wild durcheinander. In unserem Kauderwelschenglisch haben wir trotzdem alle den gleichen Humor, die gleichen Träume und Wünsche.

Also ich würde das gern noch ein weiteres Jahr ausdehnen – doch die Wirklichkeit holt uns natürlich auch ein und wir müssen zurück. Nur unsere große Tochter, die wird bleiben und damit ein Grund immer wieder herzukommen. Es ist einfach zu schön und ich kann sie verstehen. Wer also von euch ein ähnliches Abenteuer plant – ihr müsst immer damit rechnen, dass ihr dann eins eurer Kinder früher los seid, als gedacht – aber dafür habe ich ja drei :-).

PS: Während ich hier schreibe, kocht mein Mann das Mittagessen. Unsere Großen kommen jeden Tag zum Lunch nach Hause und wir sind alle für eine Stunde zusammen – schön, oder?!