Rezept zum Bücherschreiben

Wie funktioniert das eigentlich mit dem Bücher schreiben? Seit ich mich als Autorin betätige, treffe ich regelmäßig auf Menschen, die mir mitteilen, dass sie auch schon immer mal ein Buch schreiben wollten. Bei den meisten scheiterte dieses Vorhaben in der Vergangenheit an der fehlenden Zeit. „Wie machst du das bloß? Ich habe immer so viiieeel zu tun?“ – ist die beliebteste, nennen wir es mal Ausrede. Was im Umkehrschluss ja irgendwie bedeutet, dass ich Zeit im Überfluss gehabt haben muss. Das letzte Mal hörte ich dieses Argument im engsten Freundeskreis, von einem Mann, der kinderlos ist und hauptsächlich von zu Hause arbeitet – dementsprechend aufsteht wann er will und seinen Tag nach Gutdünken einteilt. Ok – mein erstes Buch schrieb ich, mit drei Kindern (zwei davon schulpflichtig), einer Firma mit 5 Mitarbeitern, Haus, Garten und … die Frauen unter euch wissen schon, was da alles so dranhängt. Das Zeitargument zieht bei mir also nicht so wirklich.
shutterstock_1198882Was will ich damit sagen – einen Teil eures Lebens müsst ihr dem Projekt „Schreiben“ schon widmen. Von allein finden die Wörter höchstens in Romanen wie „BookLess“ aufs Papier.
Das zweite Argument ist dann meistens. „Mir fällt nur so ein bisschen ein. Ist nur so eine kleine Idee, aber die ist super.“ Keine Ahnung, was für eine Antwort von mir erwartet wird? Soll ich eine Idee liefern? Ich meine, wenn jemand keine ausbaufähige Idee hat, dann wird da auch kein Buch draus – ist doch irgendwie logisch, oder?
Der Knaller ist immer noch: „Also ich lese ja gar nicht. Aber ein Buch wollte ich schon immer mal schreiben.“ Da verschlägt es mir dann endgültig die Sprache. Ich finde, das ist dasselbe, als ob ich plötzlich einen Tisch oder einen Schrank bauen wollte. Irgendwie würde ich das bestimmt hinkriegen, aber den Raum, in dem die Dinger dann stünden, würde ich nicht mehr betreten. Ich hätte Angst, dass der Schrank umgehend umkippen und mich erschlagen würde. Es ist mir schleierhaft, weshalb ein Mensch ein Buch schreiben möchte, der selbst nicht liest – für wen? Die anderen Nichtleser? (Sorry aber das musste mal raus).
Ein Buch zu schreiben hat nichts mit Zeit zu tun, nichts mit nicht vorhandenen Ideen und auch nicht mit Handwerk. Ein Buch zu schreiben hat etwas mit dem Erfüllen eines Traums zu tun, mit Dingen, die man nur Geschrieben sagen kann, mit Träumen, die man nur auf dem Papier träumt und Gefühlen, die man mit seinen Lesern teilen möchte. Als ich jung war – wollte ich nie ein Buch schreiben. Nicht im Traum habe ich darüber nachgedacht. Ich sah mich nicht mit 42 schreibend vor einem Kamin in Schottland sitzen. Ich wollte in einer Wüste alte Städte ausgraben und mir den Sand um die Nase pusten lassen.
Aber dann machte mir plötzlich eine Geschichte einen Strich durch die Rechnung und wollte aufgeschrieben werden. Ok, dachte ich – mache ich das mal. Ich hatte weder Ahnung von Plots, Spannungsbögen oder Füllwörtern – aber ich habe es einfach gemacht. Ihr wisst ja, was dabei herausgekommen ist. Also an alle von Euch, die auch gern schreiben oder schreiben möchten – tut es einfach. Sucht nicht nach Argumenten, warum es nicht geht oder warum ihr so ein Projekt nicht realisieren könnt – es geht immer, von es von Herzen kommt.

11 Gedanken zu „Rezept zum Bücherschreiben“

  1. Hallo Marah,
    da kann ich nur zustimmen. Wenn man es wirklich will, dann klappt es auch. 🙂 Ein bisschen Talent schadet natürlich nicht, aber ohne den Willen bringt das allein nichts.
    Liebe Grüße,
    Betty

    1. Das stimmt Betty, Talent ist bestimmt eine Voraussetzung eine wichtige Voraussetzung und dann muss man etwas draus machen 🙂

  2. Liebe Marah,
    ja, Inspiration, Fleiß und Selbstvertrauen sind die wichtigsten Zutaten… Und was die Zeit betrifft, wenn der dringende Wunsch zu schreiben da ist, nimmt man es sich einfach, hier und dort… 🙂
    LG
    Karine

    1. Liebe Karine, ich bin jetzt wirklich gespannt, wann ich endlich von Dir etwas zu sehen bekomme ;-). Unser letztes Treffen ist jetzt bald ein Jahr her, da hast Du bestimmt mal ein paar Kapitel geschrieben. Lg Marah

  3. Hallo Marah,
    das ist ein prima Artikel. Besonders lustig fand ich die Idee als Nicht-Leser für andere Nicht-Leser zu schreiben. Denke auch, wenn man etwas wirklich tun will, weil man mit dem Herzen dabei ist, weil es für einen Hobby und Sehnsucht ist, weil man schier auf Entzug ist, wenn man es nicht machen kann, weil es Teil von einem selbst ist, dann soll man dem nachgeben. Tut man es nicht, will man es wohl einfach nicht genug. Ich schreibe seit ich acht bin. Damals hatte ich eine alte Schreibmaschine und keine Leser. Ich schrieb, weil es mein Hobby war, weil Lesen allein nicht genügte. Mit der Zeit änderte sich das Genre, so wie sich Interessen ändern können. In der Grundschule schrieb ich eher über andere fiktive Kinder und deren Abenteuer, mit dreizehn war ich mehr beim Grusel-Horror Genre, dann wurde es Fiction-Krimi, schließlich Fantasy und nun bin ich bei Fantasy Romance angekommen. Aber immer bin ich beim Schreiben geblieben.
    Viele erwarten womöglich zu viel. Sie haben Schreiben nicht ausprobiert und stellen sich darunter etwas Verschachteltes vor, das von der ersten bis zur letzten Seite im Kopf existieren muss, bevor man das Tippen auch nur beginnt. Dabei entwickeln die Figuren oft ein Eigenleben, füllen die Geschichten beim Schreiben selbst erst mit ihrem Atem und immer neue Ideen purzeln im laufenden Prozess dazu.
    Falls man rausfinden will, ob einem Schreiben liegt, soll man einfach mal anfangen und ein Gefühl dafür entwickeln, die Mechanismen des eigenen Schreibens entdecken und vielleicht erst danach mit einer echten Geschichte beginnen, die auch für andere bestimmt ist. Wir alle lernen laufen, man lernt auch schreiben. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, meine Schreibversuche aus Kindertagen zu veröffentlichen. Es ist wie du es gesagt hast: Übung gehört durchaus dazu – so wie beim Schrankbauen.
    Kann sein, dass man feststellt, dass es einem nicht gefällt. Oder aber man ist so angefressen davon, dass man nicht mehr loskommt und sich fragt, warum man nicht schon viel früher damit begonnen hat. Wer nur schreibt, weil er von Verkaufszahlen träumt, ist nicht mit dem Gefühl dabei. Ich weiß nicht, ob so ein Konzept aufgehen kann. Darüber bilde ich mir kein Urteil. Ich für meinen Teil könnte nichts regelmäßig tun, das mir keine Freude bereitet, und dabei Qualität abliefern, die andere mögen. In einem Punkt hast du recht: Es gehört Disziplin dazu. Man braucht einen eigenen inneren Antrieb. Woher man den bezieht, kann durchaus unterschiedlich sein. Bei mir ist es definitiv die Liebe zu Büchern seit ich klein war.
    Oh je, jetzt hast du mich zu einem langen Kommentar angeregt, aber das Thema ist durchaus spannend. 🙂 Ich wünsche dir weiter ganz viel Erfolg und Glücksgefühle beim Schreiben. Der Kamin in Schottland hört sich traumhaft an. Übrigens liebe ich dein neues Cover. herzliche Grüße, Anna Winter

    1. Hallo Anna, da hast Du meinen Post ja super ergänzt ;-). Bisher habe ich ja nur über meine Bücher geschrieben, aber ich werde so oft gefragt, wie ich das eigentlich mache, dass ich einen Teil meines Blog jetzt in regelmäßigen Abständen neuen Artikeln übers Schreiben widmen will und was alles so dazugehört. Ich habe da schon eines im Kopf – aber das Wichtigste bei allem ist eben, dass man mit dem Herzen dabei ist. Lg Marah

  4. Hallo liebe Marah, ja tu das. Die Idee ist super und das Interesse sicher sehr groß. Man kommt an deinen Büchern ja gar nicht vorbei. Du bist so eine feste Größe und dabei total sympathisch. Mach so weiter 😉

  5. Huhu liebe Marah,

    Das ist ein ganz toller Artikel.
    Ich selbst schreibe auch, habe aber absolut keine Ahnung von Füllwörtern, Plots oder Spannungsbogen.
    Ich kenne die Wörter von Rezensieren und weiß was sie bedeuten, aber meine eigene Geschichte habe ich nicht nach irgendwelchen Vorgaben geschrieben. Ich hatte eine Idee und habe sie ausgebaut. Ich habe mir die Zeit genommen, weil ich dann einfach Lust hatte zu schreiben. Das Argument mit der Zeit zieht auch bei mir nicht. Denn wenn man wirklich will nimmt man sich die Zeit. Vor allem weil es ja Spaß macht und irgendwie auch ein Ausgleich zum Alltag ist. Man taucht in seine ganz eigene Welt ab. Ist zumindest bei mir so 😉
    Bei meiner Geschichte habe ich 27 Kapitel veranschlagt und mir vorher schon aufgeschrieben, was in welchem Kapitel so passieren soll. Drei Kapitel fehlen mir jetzt noch.
    Ich hab das alles so nebenbei geschrieben und auf jedes Kapitel das fertig war, war ich stolz.
    Ich liebe Bücher und irgendwann vielleicht mal mein eigenes in der Hand zu halten, ist ein riesen großer Ansporn. 🙂

    LG
    Mone

    1. Hallo Mone,

      hat jetzt ein bisschen gedauert, weil ich BookLess zu Ende schreiben musste. Da kannst du auch wirklich stolz drauf sein, es ist bei allem Spaß ja auch ein hartes Stück Arbeit, bis so ein Buch fertig ist. Ganz zu schweigen, von den emotionalen Hochs und Tiefs, die ein begleiten. Ich glaube, dass ist etwas, was der Leser nachher zwar spürt, was ihm aber nicht richtig bewusst ist – das eben in jedem Buch eine großes Stück „Autor“ drin ist ;-).
      Ich drück dir die Daumen, dass du auch die letzten drei Kapitel noch schaffst.

      Lg Marah

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