Ein Buch ist ein Baum

Das sage ich jetzt nicht nur, weil ein Buch normalerweise aus Papier besteht, sondern weil ein Buch wie ein Baum wächst. Jedenfalls ist das bei mir so. Ich bin ein ziemlich ungeduldiger Mensch, deshalb habe ich für so Sachen wie Plotentwicklung und Charakterstudien keine Geduld. Ich stecke ein Samenkorn in die Erde und gieße es fleißig, manchmal hacke ich ein bisschen die Erde drum herum auf. Jeden Tag ein bisschen und dann fängt mein Buchbaum an zu wachsen – und das bedeutet für mich, das ich schreibe und schreibe und schreibe. Die Gedanken sprießen in meinem Kopf und ich versinke in einem Wust von Zettel und Notizen, von denen ich hoffe, dass ich sie im richtigen Augenblick wiederfinde. Wenn ich ein paar Kapitel geschrieben habe, fange ich wieder von vorne an – rupfe das Unkraut um meinen kleinen Stängel raus, damit er genug Luft zum Atmen hat. Ich poliere jedes Blättchen, dass sprießt und so wird aus der Idee langsam eine Geschichte.Innenvignette_2 Je größer mein Baum wird, umso mehr Pflege braucht er natürlich. Damit er gerade wächst sind ständige Verbesserungen nötig. Da wird ein Ast hoch gebunden und da einer abgeschnitten. Ungeziefer wird mit Brennessellauge bekämpft und besonders schöne Blätter mit Blattgrün bespritzt. Irgendwann ist mein Baum so groß, dass ich nicht mehr an jedes Blatt drankomme – und genau dann kommt die Geschichte in die Pubertät. Sie wird störrisch, bockt und ziert sich. Meistens reicht gutes Zureden und mal in Ruhe lassen. Manchmal muss man zu härteren Maßnahmen greifen und engere Grenzen setzen, damit der Baum gerade bleibt, schließlich soll er nicht aus der Reihe tanzen. Trotzdem muss man jeder Geschichte auch ein bisschen Freiraum lassen. Es ist nicht schlimm, wenn mal ein Ast zu lang ist oder ein Blatt die Flügel hängen lässt. Jeder Baum und jede Geschichte sind auf ihre Art einzigartig und das muss man zulassen. Nicht auszudenken, wenn jeder Baum aussähe, wie sein Nachbar. Schließlich machen erst ganz viele Grüntöne die Welt bunt. FederLeicht ist gerade in der Pubertät, aber damit habe ich Erfahrung – es ist ein Kampf, aber kein aussichtsloser und ein Ende ist schon in Sicht. Ich denke, ich kann mit gutem Gewissen jetzt schon verkünden, dass der erste Teil der Saga am 15.12.14 erscheint – also pünktlich zu Weihnachten.

6 Gedanken zu „Ein Buch ist ein Baum“

  1. Liebe Marah,
    wie wunderschön beschrieben! Ich bin sehr sehr gespannt auf Federleicht! Viel Kraft mit der „pubertierenden“ Geschichte wünsche ich dir! LG
    Karine

  2. Oh, so wunderschön beschrieben. Oft ist es auch beim Lesen so, dass man das beim Lesen auch merkt. Eine Geschichte wächst ja auch und verzweigt sich immer mehr. Ich finde deinen Vergleich wunderbar und freue mich schon sehr auf FederLeicht. Ich liebe deine Bücher und könnte sie immer wieder lesen, was ich auch schon getan habe.

    Viel Erfolg mit der Pubertät, ich kenne diese Phase von meinen Schülern auch zur Genüge.

    Steffi

    1. Liebe Steffi,

      dann weißt Du ja, wovon ich rede :-). Habe gerade zwei große Kinder – mittendrin. Mein tägliches Mantra: „Das ist nur eine Phase. Sie können nichts dafür“ und meine Kinder sind noch harmlos, was ich so höre.

      Lg Marah

  3. Eine sehr schöne Geschichte!!!
    Ich habe einen sehr großen Garten und wenn jeder Baum gleich aussehen würde….na ja dann wäre es ziehmlich eintönig!!! So ist es mit Büchern! Ich freue mich sehr auf MondLichtSaga Teil 4 und auf deine neue Saga, bin schon ziehmlich gespannt! War da nicht noch was mit Bookless……..! L. G. S.

  4. Liebe Marah,

    Ich habe deine Bücher vor ca. 1 Woche entdeckt und bin nun sowohl mit der Mondlichtsaga und Bookless fertig 🙂 Ich bin sehr begeistert von deinen Büchern es macht riesen Spaß sie zu lesen :)) und v.a. auch mit zufiebern :)) ich freue mich schon mega auf die nächste Saga Federleicht 🙂 Deinen Vergleich finde ich super schön :)) ich wünsche dir noch ganz viel Spaß und Erfolg beim schreiben :))

    liebe grüße Janet

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