Die Leipziger Buchmesse 2013

Nun möchte ich nicht zu lange warten und Euch von meinen Eindrücken der Leipziger Buchmesse berichten. Bisher war ich jedes Jahr ja „nur“ Besucher der Messe und ich muss sagen, dass war dieses Jahr ganz anders. Als ich mich für den autorenaward beworben habe, habe ich keine Minute daran gedacht, dass sich irgendein Journalist dafür interessieren könnte, was wir Selfpublisher so in unserem stillen Kämmerlein ausbrüten. Das war eine totale Fehleinschätzung.
Ab dem Moment, als öffentlich bekannt gegeben wurde, dass der erste Preis an „MondSilberLicht“ geht, stand mein Telefon nicht mehr still. Interessanterweise waren es ausschließlich öffentlich-rechtliche Hörfunk- und Fernsehanstalten, die mit mir Interviews machen wollten. Man könnte doch meinen, dass die privaten Sender ebenfalls ein Publikum ansprechen, dass an E-Books interessiert ist. Aber vielleicht täusche ich mich da . Ich sprang also von Interview zu Interview – angefangen beim ARD-Mittagsmagazin (ca.42. Minute) – ein sehr schöner aussagekräftiger Artikel, über die Deutsche Welle, Deutschlandradio, MDR (hier auch mal ein Jugendsender mit MDR Jump), WDR, Rheinische Post, Hanoversche Allgemein und so weiter und so fort. Sämtliche Journalisten waren ausgesprochen offen, nett und zumeist noch sehr uninformiert, was das Thema Selfpublishing betraf. Kein Einziger holte alte Klischees aus der Schmudelecke des Selbstverlegens heraus – das fand ich ausgesprochen hilfreich. Durch diesen ganzen Trubel war für mich die Buchmesse eine ganz neue Erfahrung. Die Buchmesse selbst hatte für das Thema Selfpublishing eine große Bühne bereitgestellt. Dort fanden jeden Tag interessante Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen statt und auch die wirklich gut besuchte Preisverleihung.

autoren_leipzig-Award2890

Der Oskar war es noch nicht, aber wenn man so auf der Bühne steht, ein paar Dankesworte sagen kann und von allen Seiten fotografiert wird, fühlt man sich ein bisschen so. Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass ich viele meiner Autorenkolleginnen (Nikola Hotel, Emily Bold, Daphne Unruh, Eileen Janket, Jennifer Jäger) kennenlernen durfte, die ich bisher nur von Facebook kannte. Zum Glück hatten wir nach der Preisverleihung endlich Muße und Zeit zusammen ein paar Gläser Sekt zu trinken, Hot Dogs zu verspeisen und natürlich uns über unser tolles Indiedasein auszutauschen. Ich hoffe, dass es nicht allzu lange dauert bis wir uns wiedersehen.
Last but not least – ich werde ja immer wieder drauf angesprochen, was der MondLichtSaga nun bevorsteht. Zwei Dinge möchte ich in jedem Fall erreichen – eine Veröffentlichung im Buchladen und eine englischsprachige Übersetzung. Wie soll das aber gehen? Natürlich gibt es schon Verlage, die nun auf mich zukommen und gern mit mir zusammenarbeiten wollen. Es gibt auch Anfragen aus dem Ausland, so von amazon crossing, einem französischen Verlag und sogar von einer koreanischen Agentin. Was aus diesen ganz verschiedenen Anfragen wird, kann ich jetzt noch nicht abschätzen, da ich natürlich eigene Vorstellungen von einer Zusammenarbeit habe. Das was ich bisher als Vertragsentwürfe gesehen habe ist allerdings meilenweit von einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe entfernt. Das finde ich sehr schade und hoffe, dass sich das zukünftig ändert. Warten wir es einfach ab. Die englische Übersetzung kann ich notfalls auch selbst stemmen. 
Nun, nachdem ich drei Tage berühmt war, ruft sowieso wieder die Arbeit an „Bookless“ und die allgegenwärtige Hausarbeit. Leider fand sich keine gute Fee, die während meiner Abwesenheit die Wäsche gewaschen hat. 
Am Wochenende fliege ich aber erstmal mit meinem Mann nach London und laufe jede Straße ab, die Lucy und Nathan in „Bookless“ begehen, damit ich auch alles detailgetreu erzählen kann. Falls jemand von Euch einen Lieblingsstadtteil in London hat und gern möchte, dass Lucy da wohnt, nur her damit. Das kann ich noch gut verändern.  

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.